albert hammond jrDer Gitarrist klingt mehr nach den Strokes, als die Strokes zuletzt selbst.

Es ist allerhand passiert, seit Albert Hammond Jr. mit COMO TE LLAMA 2008 sein letztes Solowerk publiziert hat. Zusammen mit den Strokes hat er zwei Alben veröffentlicht, auf denen sich die Band, die Anfang des Jahrtausends das Retro-Rock-Revival entfachte, immer weiter von ihren Wurzeln im Garagenrock entfernt hat. Besonders mit dem 80s-inspirierten COMEDOWN MACHINE. Hammond Jr. geht nun mit MOMENTARY MASTERS einen Schritt zurück. Der Opener ›Born Slippy‹ hätte sich mit seiner Mischung aus nervöser Energie und Lässigkeit auch auf früheren Strokes-Platten gut gemacht. Auch ›Caught By My Shadow‹ ist trotz seiner modernen Produktion im Kern Garagenrock. Anders sieht es bei ›Power Hungry‹ aus, das mit Hammonds Kopfstimme und einem auf Geigen getrimmten Mellotron aus der Reihe tanzt – aber ein Highlight auf MOMENTARY MASTERS ist. Frisch, funky, eingängig. Ein Stück sticht allein durch seinen Titel ins Auge: ›Don’t Think Twice‹. Doch nicht etwa ein Dylan-Cover? Doch. Und ein ganz nettes dazu mit seinen gefälligen Gitarrenklängen. Ans Original reicht es aber nicht ran – auch wenn Hammond Jr. sich redlich bemüht, Dylans Intonation nachzuahmen. Doch hier liegt das Problem. Anders als der Altmeister ist er kein großer Sänger. Besonders in ruhigen ›Coming To Getcha‹ klingt seine Stimme schnell dünn und beliebig. Gut, dass er ansonsten ordentlich auf den Putz haut. Wer den typischen Strokes-Sound mag – auch ohne Julian Casablancas – dem wird auch MOMENTARY MASTERS gefallen.