Alice CooperWerkschau, Kellerfunde und Komplettistenfutter.

Im Sonnenuntergang über Wacken betreten Alice Cooper und seine fünf Musiker die aus Sicht der 75.000 Fans linke Hälfte der imposanten Doppelbühne des W:O:A, um den ersten Akt eines Konzerts zu starten, das einer Rock-Legende mehr als gerecht werden soll. Die ersten zehn Songs bilden eine schnörkellose, wuchtige Glam-Rock-Show, die in Soli von Drum-mer Glen Sobel, Bassist Chuck Garric und Gitar-ren-Nymphe Orianthi kulminiert. Mit ›Welcome To My Nightmare‹ wird sodann das zweite Seg-ment des 2013er Wacken-Auftritts eingeleitet. Es wird düster und morbid. Zu ›Feed My Franken-stein‹ wird Herr Cooper in ein vier Meter großes Monster verwandelt, zu ›Ballad Of Dwight Fry‹ in eine Zwangsjacke verfrachtet, um schließlich zu ›I Love The Dead‹ zum gefühlt 16.666. Mal enthauptet zu werden. Dabei setzt Cooper die selben Effekte und Requisiten wie vor Jahrzehnten ein. Schocken kann er damit nicht. Das will er auch nicht. Was hier auf die Bühne gestellt wird, ist eine sympathische, nostalgische Classic-Rock-Lehrstunde, deren wichtigstes Kapitel im letzten Drittel des Gigs stattfindet. Nun erweckt der wiederauferstandene Cooper die Toten und covert ›Break On Through‹ von den Doors sowie ›My Generation‹ von The Who. Wie Ton und Bild präsentiert sich auch Alice, zur Zeit der Auf-zeichnung 65 Jahre jung, in bester Verfassung. Abgerundet wird diese großartige Performance durch ein Interview, in dem Alice Cooper über das Konzept der Show und seine Leidenschaft für Musik sinniert, sowie zwei die gesamte Show umfassende CDs, die der DVD beigelegt sind.