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Arno Frank Eser & Herbert Hauke
MANEGE FREI FÜR ROCK’N’ROLL: LEGENDÄRE ROCKGESCHICHTEN AUS DEM CIRCUS KRONE
Münchenverlag

Menschen, Tiere, Sensationen: der wahre Rock’n’Roll-Circus.

Wer am Mehrzweckhallencharme so vieler Rockkonzerte leidet, der sollte früher oder später dann doch mal ein Ticket nach München lösen, um seine Lieblinge in einzigartigem Ambiente zu erleben: im Circus-Krone-Bau. Der ist nicht nur schön, sondern auch noch von pophistorischem Odem umweht, denn hier haben sie alle gespielt, die Großen, Wichtigen und Legendären, ob The Beatles oder Led Zeppelin, The Rolling Stones, Pink Floyd oder Bob Marley. 1962 neu aufgebaut, dröhnte schon ein Jahr später erstmals Rock’n’Roll durchs Rund, dank Tony Sheridan und Chubby Checker, ein Ende ist erfreulicherweise nicht abzusehen. Doch nach rund 50 Jahren darf man Zwischenbilanz ziehen, und genau das tun die Autoren Arno Frank Eser und Herbert Hauke in ihrer 150-seitigen Anekdoten- und Bildersammlung. Die ist historisch wertvoll, unterhaltsam und mit Liebe zum Detail zusammengestellt: eine wahre Fundgrube, die auch die notorisch schwer zu beeindruckende „Seen-it-all“-Fraktion begeistern dürfte. Einziger kleiner Kritikpunkt: Die Auflistung zum Schluss ist nicht ganz komplett, Rory Gallagher wird ebenso unterschlagen wie Johnny Winter. Die waren aber beide zu Gast im Rock’n’Roll-Circus. Ich schwöre!

9

Uwe Schleifenbaum

Mick Wall
BLACK SABBATH – SYMPTOM OF THE UNIVERSE
Orion

Ehrliches Werk über die Metal-Ikonen.

Litertaur über Black Sabbath gibt es zuhauf. Man kann jedoch behaupten, dass „Symptom Of The Universe“ eine der ehrlichsten Abhandlungen über diese Band ist. Dies beweist schon der erste Satz: „They were scum and they knew it“ („Sie waren Abschaum und wussten das auch.“). Die unverblümte Wahrheit steht im Zentrum, dabei ist Mick Wall jedoch niemals wertend, sondern zeigt einfach die Tatsachen auf, wie sie waren und sind. Er beginnt mit den Anfängen der Musiker, die im Nachkriegs-Birmingham aufwuchsen, einem Ort, an dem es wenig Hoffnung und Zukunft gab. Viele rutschten in die Kriminalität ab, auch Black Sabbath waren furchterregende Gestalten. So galt Iommi als harter Hund mit Fäusten aus Stahl, Ozzy war schon damals auf Speed und schlachtete am Abend bis zu 250 Rinder, um über die Runden zu kommen. Wall nimmt kein Blatt vor den Mund, lässt keine ikonische Heldenverehrung zu. So beschreibt er etwa, wie Iommis starker Wille und Starrsinn die Band zwar an die Spitze brachte, jedoch auch für ihren Absturz verantwortlich war. Ein sehr gutes Buch, dass einen sehr menschlichen Blick auf die Musiker wirft.

8

Simone Bösch