tasteMut zur Sensibilität: Wenn ich nicht singe, weine ich.

Gerade mal zwei Jahre lang tummelte sich die irische Blues-Rock-Formation im Rampenlicht, bevor Gründer Rory Gallagher 1970 die Reißleine zog – der filigrane Gitarrenvirtuose, stimmstarke Vokalist und bescheidene Antistar in Jeans und Ka- rohemd startete seine Solokarriere. Das 1966 aus der Taufe gehobene und zwei Jahre später mit Schlagzeu-ger John Wilson und Bassist Richard McCracken um-besetzte Trio hinterließ je zwei Studio- und Live-Alben und konnte sich zudem bei unzähligen Auftritten ei-nen Ruf als Konzertattraktion erspielen. Auf ON THE BOARDS, dem finalen Studiowerk von 1970, zogen Taste noch einmal sämtliche Register: ›What’s Going On‹, ein rockender Auftakt mit markantem Gitarrenriff, erschien auch im Singleformat und markierte den Ap- petizer für eine Top-20-Platzierung des Albums in den UK-Charts. Mit Bottleneck-Kunststücken brillierte ›Eat My Words‹, ›Railway And Gun‹ verband Blues, Blue-grass, Folk und Country. Balladesk gab sich das semiakustische ›If The Day Was Any Longer‹, als Boogie-Rock empfahlen sich ›Morning Sun‹ und ›If I Don’t Sing I’ll Cry‹. Verquere Jazznoten dominierten die beiden Titel mit Überlänge: ›It Happen Before, It Happen Again‹ und ›On The Boards‹.