band of horses albumEin fast perfektes Sommeralbum.

WHY ARE YOU OK – an sich eine gute Frage. Muss man erst mal drüber nachdenken. Lange. Oder ist es gar keine Frage? Sondern ein Statement? Zuhause bei den Bridwells regieren die Frauen und sind klar in der Überzahl. Ebenjener Satz stammt dann auch von einer der Damen des Hauses, Bridwells vierjähriger Tochter. Fast vier Jahre sind seit dem letzten Studioalbum MIRAGE ROCK ins Land gezogen. So lange hatte sich die Formation um Sänger, Gitarrist und Bandleader Ben Bridwell bislang noch nie Zeit gelassen. Jene Entspanntheit strömt jedenfalls aus jeder Pore des fünften Albums. Nach Phil Ek und der Produzenten-Legende Glyn Johns hat sich Bridwell dieses Mal Grandaddy-Frontmann und Indie-Ikone Jason Lytle hinters Mischpult geholt, um WHY ARE YOU OKAY zu vollenden. Die Chemie stimmt sofort und so entstehen im nordkalifornischen Stinson bei Surfwetter und in Woodstock bei New York im Schneetreiben zwölf überwiegend exquisite Songs. ›Dull Times The Moon‹ gibt gleich den Ton für das Album vor – ein genüsslich schleichender Opener. Entspannung pur. ›Hag‹ – eine einnehmende Psychedelic-Folk-Nummer, zweitbester Song des Albums. ›Lying Under Oak‹ überzeugt durch eine hübsche Strophe und den gelungenen Refrain. ›Throw My Mess‹ klingt wie ein Überbleibsel einer Mumford & Sons-Nummer – als die es noch konnten, also auf dem ersten Album und nur da. ›Casual Party‹ ist ein flotter Uptempo-Schunkler, vermutlich der zugänglichste Track des Albums. ›Even Still‹ ist ein feiner und ruhiger Rausschmeißer. Zwar verirren sich hier auch ein paar Durchhänger (›Hold On Gimme A Sec‹, ›In A Drawer‹, ›Whatever, Wherever‹), den positiven Gesamteindruck kann das aber nur wenig schmälern. Eine fast perfekte Platte für den anstehenden Sommer.

Band Of Horses
WHY ARE YOU OKAY
CAROLINE/UNIVERSAL
6/10