Beatles (3)Das Alte Testament der Popkultur: Alben, die in jede gut sortierte Rock-Sammlung gehören. Widerspruch ist zwecklos.

Über keine andere Rockband ist so viel geschrieben worden, wie über die Beatles. Keine hat so viele Platten verkauft und derartige Massen von jungen Menschen inspiriert, selbst ein Instrument in die Hand zu nehmen. Zwei Gitarren, Bass, Schlagzeug, bedient von vier halbwegs gleichberechtigten Individuen: Erst mit den Fab Four nahm die klassische Rockband Gestalt an, denn davor gab es nur Sänger und ihre dezent im Hintergrund agierenden Begleitcombos. Und: The Beatles faszinieren noch heute, gut 50 Jahre nach ihren Anfängen in Hamburg und 40 Jahre nach ihrem Ende im Streit.

Der Grund dafür ist schnell erklärt: Die vier Liverpooler haben die Grundlagen geschaffen, sie sind quasi das Alte Testament der Popkultur, die Wiege diverser Genres vom Britpop bis zum Progrock. Und vor allem: Der Großteil ihrer Songs funktioniert noch heute, repräsentiert außerdem die Trias kluges Songwriting, intelligente Produktion und das lobenswerte Bestreben, künstlerisch neue Ufer zu erreichen.

Was dann auch ein Problem aufwirft, zumindest für diese Rubrik, in der gemeinhin Gutes von Schlechtem getrennt wird. Denn so richtigen Mist haben die Beatles eigentlich zu keiner Zeit produziert; selbst die vermeintlich schwächeren Werke in ihrem Repertoire sind zumindest interessante Zeitgeistdokumente und haben zudem oft genug Songs an Bord, die über jeden Zweifel erhaben sind. Weshalb die Auswahlkriterien in diesem Fall auch nicht rein qualitativer Natur sein können, sondern sich vielmehr an den heutigen Hörgewohnheiten orientieren.