beck_jeff_cdDer Meister lässt die Gitarre singen – aber leider zu den falschen Songs.

Sieben Jahre hat er uns zappeln lassen, nun meldet sich der UK-Gitarrengott mit epischen Instrumentals und ehrgeizigen Kollaborationen (Joss Stone, Imelda May) zurück. Dabei lässt er sich mal von einem 64-köpfigen Orchester, mal von einer dreiköpfigen Band begleiten – und lebt nebenbei noch seine Vorliebe für klassische Musik (›Elegy For Dunkirk‹) aus.

Nur bei der Songauswahl beweist er kein allzu glückliches Händchen. Und zwar deshalb, weil Jeff Buckleys ›Lilac Wine‹ kaum zu übertreffen ist, ›I Put A Spell On You‹ keiner Neuauflage bedarf und ›Somewhere Over The Rainbow‹ schon als Live-Standard eine harte Nuss ist. Genau wie die Produktion von Steve Lipson und Trevor Horn, die das Ganze mit elektronischen Spielereien, Mönchsgesängen und synthetischen Drums würzten – und Beck in Stücken wie ›Corpus Christi Carol‹ zum neuen Ricky Shayne degradieren. Einsames Highlight: Der Funk-Rocker ›There’s No Other Me‹, der an Mother’s Finest erinnert. Der Rest ist eher durchwachsen.