bob mould patch the skyLicht ins Dunkel.

Ja, so ist das, wenn man älter wird: Schicksalsschläge häufen sich, der Tod winkt öfter mal über den Hori­zont, positioniert sich in Sichtweite und läuft irgendwann mal mit einem wissenden Grinsen locker neben uns her. Bob Mould hat nach eigenem Bekunden eine schlimme Zeit hinter sich, geprägt von Tod und endenden Beziehungen, so schlimm, dass er sich für ein halbes Jahr zurückzog, um in der Musik seine Wahrheit, seine Erlösung zu finden. Die Katharsis hört man auf PATCH THE SKY deutlich, zum einen in den zwei knarzigen Punk­fe­gern, die immer noch die Höllenwut eines 20­Jährigen in sich tragen, zum anderen in den deutlich dunkleren Tönen, die über weite Strecken angeschlagen werden. Vor allem aber merkt man sie daran, dass Mould die große Melodiekeule schwingt, ungeahnte Gravitas entwickelt und doch nicht verlernt hat, wie ein eingän­giger Popsong funktioniert. Einen Vorteil hat das Altwerden eben doch: Jahrelang gepflegte Fertigkeiten erreichen irgendwann einen maximalen Reifegrad. Genau das scheinen wir gerade bei Mr. Hüsker Dü zu erleben, was in großartiger Musik resultiert.

Bob Mould
PATCH THE SKY
CARGO RECORDS
8/10