Brother FiretribeMusiker hören es normalerweise nicht gerne, wenn man sie des Mainstreams bezichtigt. Anspruch und Intellekt, Tiefgang und Niveau – wer etwas auf sich hält, weist Pop- und Kommerz-Attitüden weit von sich. Nicht so Pekka Ansio Heino, Sänger der skandinavischen Band Brother Firetribe, die in diesen Tagen ihr drittes Album DIAMOND IN THE FIREPIT veröffentlicht. Für den 38-Jährigen ist Mainstream kein Schimpfwort. „Ich bin mit dieser Art Musik aufgewachsen“, erzählt Pekka Heino, der so ganz nebenbei auch noch den Melodicrockern von Leverage Stimme und Gesicht gibt. „Meine Helden waren Def Leppard, Journey, Survivor. Deswegen habe ich nichts dagegen, wenn die Kritiker unsere Musik als AOR bezeichnen.“

Jede andere Klassifizierung wäre auch in der Tat falsch. Denn der handwarme Hybrid aus eingängigen Gesangsmelodien, flächendeckenden Keyboard-Attacken und moderaten Gitarrenriffs ist gefühlte Lichtjahre von Metal oder Hard Rock entfernt. Kein Wunder bei der erprobten Entstehungsformel ihrer Songs: „Fast alle Stücke werden von unserem Tastenmann Tomppa Nikulainen und mir geschrieben. Am Anfang stehen also immer Keyboards, meine Stimme und ein Drum-Computer. Wenn man die ersten Skizzen unserer Stücke hört, kann man sich noch nicht vorstellen, dass daraus mal ein Rocksong werden wird.“

An dieser Stelle kommt Emppu Vuorinen von den finnischen Bombastrockern Nightwish ins Spiel. Vuorinen versorgt die rudimentären AOR-Skizzen mit handfesten Gitarren-Hooks und -Licks und rettet sie damit vor allzu offensichtlicher Seichtigkeit. Allerdings nur in einem limitierten Rahmen, denn zu viel Metal ist in der Welt von Brother Firetribe nicht erwünscht, wie man am betont radiotauglichen Mix ihrer Studioproduktionen er-kennen kann. „Manche sagen, dass unsere Scheiben allzu poliert klingen und die Songs überproduziert sind. Aber wir wollen es so, unser Sound soll groß und mächtig sein, der Wohlfühlfaktor ist ein ganz wesentlicher Bestandteil in der Welt von Brother Firetribe.“ Dies hindert die fünf Musiker allerdings nicht daran, auf der Bühne spürbar härter und erdiger vorzugehen. Wenn denn mal die Zeit vorhanden ist, in dieser Konstellation loszuziehen. „Zeit ist das, was uns am meisten fehlt“, gesteht Pekka Hei-no, „deswegen sind seit unserem letzten Album HEART FULL OF FIRE ja auch sechs Jahre vergangen. Allein Emppu ist bei Nightwish stark eingebunden und nur von Brother Firetribe könnte keiner der fünf Beteiligten leben.“