Cabin-in-the-Woods-Quote-posterHorrorbrachialitäten, die sich mit ernster Miene durchs Genre-Unterholz metzeln, gibt es genügend. Dass dabei die eigene Seriö-sität schnell unfreiwilliger Komik weichen kann, kennt jeder, der schon einmal in der Mitternachts-vorführung eines mittelmäßigen Gruselschockers amüsiertes Kichern statt Laute des Schreckens von seinen Sitznachbarn vernommen hat. Die Lösung liegt nahe, verlangt vom jeweiligen Filmemacher jedoch mehr Fingerspitzengefühl als eine Bomben-entschärfung: Humor. Denn besser lässt sich dem gesättigten Publikum wohl kaum die Formelhaftigkeit des Genres vor Augen führen als mit einigen selbstreferentiellen Seitenhieben und einem gewissen Maß an Selbstironie. Hier ist es ein Duo aus Genre-kennern, die beste Referenzen mitbringen, um diese Heldentat zu wagen: Produzent Joss Whedon, dessen Avengers-Abenteuer eines der Highlights der Blockbuster-Saison stellte und der sich mit Vam-pirschlächterin „Buffy” als Experte für selbstironischen Horror andient, sowie Regisseur Drew God-dard, der als Autor für „Buffy”, „Angel”, „Alias” und „Lost” so etwas wie die Quadriga des Geek-TVs in seinem Lebenslauf vereint. Die Ausgangssituation ihres Horrorslashers ist altbekannt: Fünf Teenager suchen in idyllischer Abgelegenheit nach dem Frei-raum, sich hedonistischen Genüssen von Alkohol bis Sex hinzugeben. So etwas endet nach dem kleinen Horror-1×1 bekanntermaßen stets in jeder Menge Spontanamputationen und Blutverlust samt Todes-folge. Mit einem kleinen aber genialen Dreh persiflieren Whedon und Goddard die Klischees des Genres ohne zu vergessen, an der Terrorschraube zu drehen. Denn tief unter der abgelegenen Hütte, in der die Jugendlichen feiern, manipulieren zwei zynische Wissenschaftler sämtliche ihnen zur Verfügung stehenden Variablen, um in einer Mischung aus „Tru-man Show” und Gore-„Big Brother” ihre undurchsichtigen Ziele zu verfolgen. Dank wunderbar hakenschlagendem Drehbuch zeigt sich „Cabin In The Woods” großartig zwischen Spoof und knallhartem Horror platziert und führt einen spielerischen Umgang mit dem Genre, der vielen anderen blutrünstigen Slashern ebenfalls gut zu Gesicht stehen würde.