Chuck Berry: 10 Songs anderer Künstler, die es ohne ihn nicht geben würde

chuck berry 2017Wer hat noch nie einen Song gehört, der nach Chuck Berry klang, aber gar nicht von ihm war? Es gibt jede Menge davon. Hier sind ein paar Stücke anderer Künstler, die ohne Chuck Berry nie existiert hätten.

1. The Beach Boys
›Surfin‘ USA‹ (1963)


Brian Wilson sagte: „Ich dachte mir, wie es wohl wäre, wenn wir einen Surf-Text über die Melodie von ›Sweet Little Sixteen‹ legen?“ Trotz dieses unverblümten Ideenklaus wurde einzig Wilson als Autor dieser Nummer angegeben, als sie in den USA Platz 3 erreichte. Der spitzfindige Berry ließ das allerdings nicht auf sich sitzen: Drei Jahre später stand auch sein Name in Klammern dahinter.

2. Bob Dylan
›Subterranean Homesick Blues‹ (1965)


Dieses Highlight von BRINGING IT ALL BACK HOME mit seinem Lokomotivenrhythmus und dem aus der Hüfte geschossenen Text hatte seine Wurzeln in Berrys straßenschlauen Nummern aus dem Jahrzehnt zuvor. Dylan leugnete das auch nicht: „Das kam von Chuck Berry – ein bisschen von ›Too Much Monkey Business‹ – und einigen der Scat-Songs der 40er Jahre“.

3. The Beatles
›Back In The U.S.S.R.‹ (1968)


Selbst auf dem Gipfel ihrer Avantgarde-Phase zogen die Beatles ihre Hüte vor dem Mann, der laut Lennon den Rock‘n‘Roll personifizierte. Nicht nur mit der Strophe, sondern auch mit dem Titel, entliehen von Berrys ›Back In The USA‹. In McCartneys Text wurden die Bobbysocks-Königinnen zwar durch Moskauer Bauerntöchter ersetzt, doch die Inspirationsquelle war eindeutig.

4. T. Rex
›Get It On‹ (1971)


Mit dem Shuffle-Beat und den lasziven Akkorden war dies Marc Bolans Tribut an ›Little Queenie‹, und wer bis zum Ende dranbleibt, hört sogar ein 1:1-Zitat des Originals: „And meanwhile, I‘m still thinking…“ Während Berrys Stück es gerade so in die US-Charts schaffte, war diese Ehrerbietung von seinem Jünger ein Nr.-1-Hit in Großbritannien und erreichte Platz 10 in Amerika.

5. The Rolling Stones
›Rip This Joint‹ (1972)


Bei frühen Konzerten füllten sie ihre Setlists gerne mit Berry-Covers wie ›Carol‹ und ›You Can‘t Catch Me‹ auf, und dieser Einfluss wirkte sich auch auf das Songwriting von Jagger/Richards aus. Diese Nummer von EXILE ON MAIN ST. wurde schon mal als „Chuck Berry auf Amphetaminen“ beschrieben. Angesichts der Tatsache, dass es bei den berüchtigt exzessiven Sessions in Nellcôte aufgenommen wurde, waren Amphetamine wahrscheinlich nur der Anfang.

6. David Bowie
›The Jean Genie‹ (1972)


Selbst Bowie war nicht immun gegen Berrys Verlockungen und hatte 1973 ›Around And Around‹ zu ›Round And Round‹ hochbeschleunigt. Auf ›Jean Genie‹ war dieser Einfluss ebenso unüberhörbar, vor allem in Mick Ronsons kreischendem Double-Stop-Intro, das das Klingeln eines Bahnübergangs am Anfang von ›No Particular Place To Go‹ nachahmte.

7. AC/DC
›Rocker‹ (1975)


Angus Young borgte sich nicht nur Berrys Entengang. Auf dem nur in Australien erschienenen T.N.T. von 1975 verpassten AC/DC auch seinem Sound Muskeln und zollten ihm mit ›Rocker‹ (und einem Cover von ›School Days‹) Tribut. Der Song landete später auch auf der internationalen Veröffentlichung DIRTY DEEDS DONE DIRT CHEAP – und sein Einfluss sollte zum Grundstein von allem werden, wofür die Youngs stehen..

8. Deep Purple
›Highway Star‹ (1972)


Dieses Highlight von MACHINE HEAD wird von Berrys Autoliebe angetrieben: Das Gaspedal ist hier permanent durchgetreten, während der große Schöpfer Zeilen wie „Nobody gonna have my girl/She stays close on every bend“ sicher gutgeheißen hätte. „Ich habe schon oft genug gesagt“, kommentierte Roger Glover, „dass dieses gesamte Gebäude namens Rock‘n‘Roll auf zwei Säulen ruht: Little Richard und Chuck Berry.“

9. Ramones
›Rockaway Beach‹ (1977)


In einem Interview von 1980 mit „Jet Lag“ zog Berry die Linie von seinen bahnbrechenden Singles zum Werk der Ramones („Diese Typen erinnern mich an mich selbst“). Dieses Stück aus ROCKET TO RUSSIA kam direkt aus seinem Regelwerk, inklusive des Textes für eine Teenie-Zielgruppe über eine Fahrt per Anhalter zu einem legendären Surfstrand. Berry hätte ihn nicht besser schreiben können.

10. Sex Pistols
›God Save The Queen‹ (1977)


Bassist Glenn Matlock erinnerte sich an Bowie und The Move als die Hauptzutaten, doch Berry erkannte sich berechtigterweise selbst in der klassischen Rock‘n‘Roll-Struktur und dem explosiven Slide-Riff am Anfang dieses Stücks. „Gitarrenarbeit und Sequenz sind wie meine“, bemerkte er pikiert, als er für einen Zeitschriftenartikel einen Haufen Punk-Singles rezensierte. „Guter Backbeat. Kann das meiste vom Gesang nicht verstehen…“

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