Crosby, Stills, Nash & YoungNach 40 Jahren endlich offiziell: Crosby, Stills, Nash & Youngs legendäre US-Tournee von 1974.

Künstlerische Höhenflüge von vier exzellenten Querdenkern auf der einen Seite, permanentes Hickhack, eklatante Drogenexzesse und aufgeblasene Egos auf der anderen Seite begleiteten von Anfang an die Karriere von David Crosby, Stephen Stills, Graham Nash sowie dem zeitweiligen Sparringspartner Neil Young. Ein kurzer Blick in die Annalen zeugt vom kollektiven Chaos, mit dem das Trio respektive Quartett in der Aufbruchsphase fertig werden muss.

In den beiden ersten Jahren zeigen sich die von The Byrds, Buffalo Springfield und The Hollies rekrutierten Mitglieder mit den exzellenten Alben CROSBY, STILLS & NASH (’69) und DÉJÀ VU (CSNY, ’70) sowie dem Tour-Souvenir FOUR WAY STREET (’71) als verlässlich. Danach driften sämtliche Mitglieder in Solo-, Duo- oder Bandprojekte ab. Einer dreijährigen Pause folgt eine erste Reunion 1973, dann eine weitere 1974 mit ausgedehnter Sommer-Tournee durch die USA. Ein auf Bootleg seit Jahrzehnten heiß gehandelter, jedoch nie offiziell veröffentlichter Konzertreigen: Über zwei Monate tourten Crosby, Stills, Nash & Young durch die US-Stadien, absolvierten insgesamt 31 Konzerte in 24 Städten mit mehr als einer Million Zuschauern.

Aufzeichnungen davon, die entweder ins Archiv wanderten oder sich als illegale Mitschnitte unter der Hand wie geschnitten Brot verkauften, erfolgten auf vielen Etappen der Reise: Eine wahre Fundgrube für Graham Nash und Joel Bernstein, die jüngst aus sämtlichen verfügbaren Aufnahmen 40 Songs für CSNY 74 herausfilterten, das wahlweise als 3-CD-Set plus DVD oder Pure Audio Blu-Ray samt DVD mit jeweils 188-seitigem Booklet erhältlich ist. Erhalten blieb in der Fülle des Materials der dramaturgische Aufbau, den die vier singenden, spielenden und komponierenden Alpharüden mit ihren Begleitern leisteten: Begann das jeweils mehrstündige Set, das vitale Versionen von Klassikern wie ›Love The One You’re With‹, ›Wooden Ships‹, ›Suite: Judy Blue Eyes‹, ›Chicago‹ und ›Ohio‹ enthält, doch unplugged, leitete dann in einen elektrifizierten Teil über, um abermals akustisch zu enden. Mit dabei ist auch Solomaterial wie Crosbys ›Time After Time‹, Stills’ ›First Things First‹ und Nashs ›Fieldworker‹.

Vom exzentrischen Klassengenius Neil Young gesellen sich noch die bis dato unveröffentlicht gebliebenen Tracks (›Traces‹, ›Love/Art Blues‹, ›Hawaiian Sunrise‹, ›Goodbye Dick‹) hinzu. Auf der DVD finden sich Konzert- und Backstage-Impressionen. Sämtliche Formate, darunter auch eine Single-CD, stehen als Download bereit. Auf 1000 Stück limitiert ist die 6-LP-Vinyl-Edition.