Ritchie Blackmore PressDer Branchen-Buschfunk vermutete es schon lange, jetzt ist die Sensation bestätigt: Ritchie Blackmore wird im Juni 2016 zwei Rock-Konzerte mit Deep-Purple- und Rainbow-Material spielen. Die Fragen liegen auf der Hand, hier die exklusiven Antworten vom man in black.

Fast 20 Jahre nach dem letzten Rainbow-Gig sind drei Shows, zwei davon in Deutschland, gebucht. Das wird die Fans freuen. Welche Gründe gibt es für diese überraschende Entscheidung? Was führte dazu? Irgendein spezieller Moment? Vielleicht der Tod von Jon Lord?
Der Hauptgrund ist ganz einfach: Es geht um nostalgische, gute Musik für die Fans. Ich mag es manchmal, harte Klänge zu spielen, aber eben nicht die ganze Zeit. Mit Blackmore’s Night haben wir auch drei oder vier Hardrock-Songs im Programm. Es ist ein bisschen Spaß und Nostalgie, hoffe ich zumindest.

Es wird gemunkelt, du hättest mit David Coverdale über eine Reunion von Deep Purple Mark III gesprochen, die aber aus dem erwähnten Grund nicht stattgefunden hat. War das möglicherweise auch ein Grund für die Entscheidung, Ritchie Blackmore‘s Rainbow jetzt wiederzubeleben?
Nein. Ich korrespondiere manchmal mit David, aber wir haben es nie wirklich ge­­schafft, die musikalische Seite der Dinge zu organisieren. Hauptsächlich, weil ich mich mehr auf die frühen Rainbow-Zeiten konzentrieren wollte, was er nicht ganz so gut fand.

Warum gibt es eigentlich nur drei Shows in Europa? Warum nicht auch in Japan, wo Rainbow immer groß waren? Der letzte Gig vor der ersten Auflösung während der Turner-Ära fand auch dort statt.
Es wird zwei Shows in Deutschland und eine in England geben. Einige andere mussten erst einmal auf Eis gelegt werden, da sich die Termine mit einigen Gigs von Blackmore‘s Night überschnitten. Wenn ich auf Tour bin, mag ich es nicht, länger von Zuhause weg zu sein. Wenn ich alle Shows gemacht hätte, die für den „Rock Event“ in Frage gekommen wären, müsste ich viel länger unterwegs sein, als ich gewollt hätte. Wenn das Projekt allerdings funktioniert und die Leute es mögen, werden wir vielleicht später weitere Shows spielen.

Zwei Konzerte in Deutschland, das ist toll. Hattest du Einfluss auf die Wahl der Orte? Ich frage wegen der Loreley, ein idealer Schauplatz für dich und diese Art von Musik.
Die Loreley ist schon immer eine meiner Lieblings-Arenen gewesen, also lag es nahe, sie mit in die engere Auswahl zu nehmen.

Seit die Gerüchte über diese Konzerte dank Joe Lynn Turner be­­kannt wurden, hat dein Telefon vermutlich den ganzen Tag gebimmelt, oder? War es hart, die Musiker für diese Events auszuwählen?
Nicht wirklich. Die Initialzündung kam, als ich unseren Sänger hör­­te, der Rest fügte sich schnell dazu. Es gab natürlich andere Künstler, die gerne dabei wären, aber ich bevorzugte eine frische, aufregende Band. Ich wollte nicht mit berühmten Leuten nur deswegen zusammen spielen, weil sie berühmt sind – ich wollte es frisch halten.

Welche Fähigkeiten mussten die Musiker mitbringen? Es wäre für dich einfach gewesen, ein Allstar-Line-up mit „alten Freunden“ aus den 70ern auf die Beine zu stellen. Ian Gillan zum Beispiel meinte, zwischen euch gebe es keinen Streit mehr. Warum hast du das nicht gemacht?
Ganz einfach: Ich wollte gute Musiker, die Lust hatten. Ich glaube nicht daran, jemanden in der Band haben zu müssen, nur weil er berühmt ist.

Wer wird denn alles dabei sein? Wer ist der neue aufregende Sänger, der laut deiner Aussage eine Mischung aus Ronnie James Dio und Freddie Mercury ist? Oder hast du verschiedene Sänger für verschiedene Songs?
Das alles wird in Kürze bekannt gegeben.

Neulich sagtest du, dass du deine eigene Musik nicht hörst. Jetzt musst du aber, um dich vorzubereiten. Ist das aufregend oder eher ein komisches Gefühl? Kommen da nicht einige Erinnerungen hoch?
Ich muss natürlich viel Rainbow- und Purple-Zeug hören, um meine Sachen wieder zu lernen, aber ich höre meine Musik wirklich nicht mehr, sobald sie aufgenommen ist. Es sei denn, ich sitze irgendwo in einem Restaurant oder sie spielen es im Radio. Aber ich habe nicht einmal eine Sammlung meiner eigenen Sachen, sondern nur ein paar Platten. Das ist nicht herablassend bezüglich der Musik gemeint, es ist nur einfach so, dass ich nach den Aufnahmen andere Dinge machen möchte.

Es gibt eine Menge Material zur Auswahl, wie entscheidest du, welche Songs ihr spielen werdet? Was können wir erwarten? Ich möchte nicht in deiner Haut stecken, denn du wirst es nicht allen recht machen können.
Es ist eigentlich einfach: Ich nehme die bekanntesten Songs und packe sie zusammen. Bis jetzt habe ich eine Liste von vielleicht 13 oder 14 Songs. Es ist einfach, wenn man weiß, was die Leute am meisten mögen.

Können wir auch Material von Blackmore‘s Night erwarten? Viele der Songs sind atmosphärisch nicht weit entfernt von Klassikern wie ›Stargazer‹. Wird deine Frau Candice auch dabei sein? Sie kennt die Songs ja auch, weil sie 1997 Backgroundsängerin war.
Meine Frau wird mit einer anderen Sängerin dabei sein, um einigen Songs ein bisschen mehr Glanz zu geben, den sie benötigen. Wir werden wahrscheinlich keine Blackmore‘s Night-Stücke spielen, obwohl wir dort ›Soldier Of Fortune‹ als Akustikversion im Programm ha­­ben. Vielleicht werden wir sie spielen.