Die 50 besten Alben 2017: Platz 30-21

So ein Jahr ist doch immer wieder ungreifbar schnell an einem vorbeigezogen. Damit bei den unzähligen Geschehnissen dieser schnelllebigen Zeit wenigstens ein musikalischer Eindruck in unserem Bewusstsein zu verbleiben vermag, hat sich die CLASSIC ROCK-Redaktion noch einmal der vielen hundert Veröffentlichungen der vergangenen 365 Tage angenommen, um deren 50 herausragende Vertreter zu küren. Hier geht es weiter mit den Plätzen 30-21….


30 Rex Brown
SMOKE ON THIS
Eone/SPV
Mit seinem ersten Soloalbum überraschte Rex Brown nicht schlecht: Der Pantera-Mann ist der Beweis, dass auch in Metal-Bassistenfingern zentnerschwere Schweine-Rock-Riffs und feine Akustik-Hook-Lines stecken können.
Anspieltipp: ›Get Yourself Alright‹

villains
29 Queens Of The Stone Age
VILLAINS
Matador/Warner
Sir Homme, Genie der postmodernen Popkultur, klingt auf seinem Schurkenstreich VILLAINS ein weiteres Mal völlig nach QOTSA und doch ganz anders. Große Songs mit indifferentem Gesang kommen nur bei Josh so cool.
Anspieltipp: ›Feet Don’t Fail Me‹


28 Dan Auerbach
WAITING ON A SONG
NONESUCH/WARNER
Der Garagen-Blues-Rock seiner Stammkapelle The Black Keys spielt hier keine Rolle, statt dessen gibt es charmanten Retro-Pop mit allerlei stilistischen Anleihen bei Soul, Rock’n’Roll und Easy Listening.
Anspieltipp: ›Waiting On A Song‹


27 U2
SONGS OF EXPERIENCE
Island/Universal
Der Albumtitel stimmt. Die Iren wissen einfach, was sie tun. Auf ihrem 14. Werk schlagen sie die Coldplays und Editors dieser Welt souverän mit den eigenen Waffen, als wollten sie fragen: „Wer hat’s erfunden?“
Anspieltipp: ›The Blackout‹


26 Black Star Riders
HEAVY FIRE
Nuclear Blast/Warner
Die Black Star Riders machen auch mit diesen elf neuen Songs ihrem ehemaligen Namen Thin Lizzy alle Ehre. Ohne sich selbst kopieren zu müssen, beinhaltet HEAVY FIRE einige der schwersten Rock-Geschütze des Jahres.
Anspieltipp: ›Dancing With The Wrong Girl‹


25 Van Morrison
ROLL WITH THE PUNCHES
Caroline/Universal
„Van the Man“ in Blueslaune. Fünf der Songs hat Morrison selbst geschrieben, dazu covert er Helden wie Sam Cooke, Bo Diddley und Little Walter. Als Gastmusiker/-sänger treten Chris Farlowe, Georgie Fame und Jeff Beck auf.
Anspieltipp: ›Bring It On Home To Me‹


24 Cheap Trick
WE’RE ALL RIGHT
Universal
Cheap Trick müssen nicht mehr nur auf vergangene Erfolge zurückblicken. Jetzt zeigen sie sich zum zweiten Mal in zwei Jahren von der lange nicht mehr so gut aufgelegten und rock’n’rollig vielseitigen Power-Pop-Seite!
Anspieltipp: ›You Got It Going On‹


23 Bob Seger
I KNEW YOU WHEN
Capitol/Universal
Rockkracher oder lieber hymnische Balladen? Der US-Songwriter hat wie immer beides im Angebot. Gewidmet ist die Platte dem verstorbenen Freund Glenn Frey, dazu werden Lou Reed und Leonard Cohen gecovert.
Anspieltipp: ›I Knew You When‹

alice cooper paranormal
22 Alice Cooper
PARANORMAL
Earmusic/Edel
Der Maestro der Düsternis ist zurück und wir sind immer noch unwürdig! Nach sechsjähriger Pause veröffentlicht Alice Cooper endlich sein 27. (!) Studioalbum und macht daraus gleich mal zusammen mit Kumpel und Produzent Bob Ezrin einen Doppeldecker inklusive Live-Material seiner Hits. Mit 69 Jahren klingt die Legende heute frisch wie eh und je. Und nein, das steht nicht in Widerspruch zu dem 70er-Jahre-Lüftchen, das einem beim Hörerlebnis von PARANORMAL ab und an um die Nase weht. Besagtes „Eau de Oldschool“ äußert sich mal in geradlinigen Rocknummern wie dem groovenden ›Dynamite Road‹ oder dem funky ›Dead Flies‹, dann wieder in verträumt-floydesken Überraschungstüten wie dem abschließenden ›The Sound Of A‹. Lumpen lassen hat sich Cooper weder beim Umfang seines jüngsten Werks noch bei den darauf musizierenden Gästen: Ganz nebenbei rekrutierte er mal eben Roger Glover von Deep Purple, Billy Gibbons – der ›Fallen In Love‹ seinen unverkennbaren Bluesgitarren-Stempel aufdrückt – oder Larry Mullen Jr. von U2, der einige der Songs im Studio eintrommelte. Der Grundtenor der Platte gestaltet sich so, wie man es vom Begründer des Schockrocks erwartet: Schaurig-schön mit viel Grusel und wie immer von einem ausdrucksstarken Augenzwinkern begleitet. Die Erzählmotive erstrecken sich von freund­schaftlichen Beziehungen zwischen Mensch und Ghul über tödliche Abmachungen mit dem Leibhaftigen persönlich bis hin zur Story eines exzentrischen Transgender-Mannes in ›Genuine American Girl‹. Dieser Song, der nicht nur wegen des Themas an die New York Dolls (übrigens: auch ›Private Public Breakdown‹ versprüht diesen rotzigen Glamvibe) erinnert, eröffnet die zweite Hälfte von PARANORMAL und glänzt durch seinen großartigen Entste­hungskontext: Besagter Mitwipp-Track sowie das folgende ›You And All Of Your Friends‹ wurden von den Originalmitgliedern der Alice-Cooper-Band eingespielt und zählt zu den coolsten Stücke auf PARANORMAL. Ob deswegen vielleicht bald die Reunion-Glocken läuten?
Anspieltipp: ›Genuine American Girl‹
(Jacqueline Floßmann)


21 Kadavar
ROUGH TIMES
Nuclear Blast/Warner
Kadavar sind auf dem besten Weg, ein echt nachhaltiger Rockact zu werden: Auf ROUGH TIMES klotzen sie verstärkt mit Bass, Schlagzeug und hyperwuchtigem Sound, der das Genick auf Dauer ganz schön stark belastet.
Anspieltipp: ›Into The Wormhole‹

Hier könnt ihr nochmal die Plätze 31-40 ansehen…

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