Anvil - Hope In Hell (2013)

Um plakative Botschaften ist man in der Metal-Welt selten verlegen, und die kanadischen Thrash-Pioniere bilden in dieser Hinsicht keine Ausnahme. Nachdem ihre fast komplett abgesoffene Karriere 2009 durch die Doku „Anvil! Die Geschichte einer Freundschaft“ wieder ein bisschen Wind in den Segeln hatte, legten Lips & Co. 2011 JUGGERNAUT OF JUSTICE vor. Ein Album, das zum Ausdruck bringen sollte, dass den unverdient in der Versenkung verschwundenen Vorreitern endlich Gerechtigkeit wiedefahren war – unterstrichen von einem pompösen Cover, auf dem das Amboss (denn das heißt Anvil auf Deutsch) doch tatsächlich das Meer teilt. Späte Genugtuung mit himmlischen Weihen?

Zwei Jahre später scheint man trotzdem wieder in die Hölle abgestiegen zu sein. Ob es daran liegt, dass auch der Popularitätsschub im Zelluloidformat die Band nicht nachhaltig zu ihren Epigonen aufschließen ließ? Klar, auf einschlägigen Festivals wird man wieder gefeiert, aber die Headliner-Shows finden nach wie vor eher in kleinen Hallen statt, während die Verkäufe von JUGGERNAUT… Metallica sicher kein Kopfzerbrechen bereitet haben.
Ihre Zuversicht geben Anvil dennoch nicht auf. HOPE IN HELL soll es geben, und wie das oldschoolige (zu Deutsch: billige) Cover demonstrieren soll, sind es die Metal-Recken, die uns alle vor dem Verderben bewahren. Na ja, fast alle, denn in den Feuerwänden, die ungefähr so ansprechend ins Bild eingefügt wirken wie Real-Explo­sionen bei „South Park“, sind offensichtlich schon einige Seelen verpufft. Doch zu Hunderten strömen die Verzweifelten aufs „Schiff“ wie auf Noahs Arche, auf dem schon Krankenwagen, Feldlazarett, Rettungshubschrauber und die angesichts des himmelhohen Flammen­infernos wohl etwas überforderte Feuerwehr warten. Ist sicher nett gemeint, denn wer will nicht aus der Hölle gerettet werden? Und auch noch mit lauter gleichgesinnten Metalheads? Nur gibt es da ein kleines Problem: So ein Amboss schwimmt nicht!