Die wahren 100 besten Alben der 80er: Platz 80-71

Die wahren besten Alben der 80eIhr glaubt, die besten Alben dieser oft belächelten Dekade zu kennen? Dann lasst euch eines Besseren belehren. Wir präsentieren die Platten, die wirklich wichtig waren. Und das ganz ohne BACK IN BLACK.

Willkommen zu unserem monumentalen Countdown der WAHREN 100 besten Alben der 80er – der Auswahl für echte Kenner. Bitte hereinspaziert zu Platz 80 bis 71:

80
Gun
TAKING ON THE WORLD
A&M, 1989

Gehypet, noch bevor ihr erstes Album erschienen war, dauerten die Arbeiten daran so lange, dass manch einer sie schon für am Ende erklärt hatte, bevor sie überhaupt losgelegt hatten. Diese Zweifler wurden Lügen gestraft, als die Schotten dann mit Hymnen am laufenden Band begeisterten: ›Better Days‹, ›Inside Out‹, ›Money (Everybody Loves Her)‹, ›Shame On You‹ und natürlich das Titelstück. In einer Zeit, in der Musik noch rigide in Schubladen gesteckt wurde, war ihr Mix aus Pop und Rock ein frischer Wind. Es war kein Zufall, dass Gun damals gerne ›Let‘s Go Crazy‹ von Prince als Zugabe spielten …
(Text: MJ)
Zeitzeugen: „Dies ist Pop/Rock vom Feinsten mit einer Riesenportion Seele und ganz viel Gefühl.“ („RAW“)

79
Big Country
THE CROSSING
MERCURY, 1983

Stuart Adamson war einst von John Peel als „Großbritanniens Antwort auf Jimi Hendrix“ bezeichnet worden. Mit dem Gitarristenkollegen Bruce Watson perfektionierte er einen Sound, der an Dudelsäcke erinnerte. So wurden Big Country zu Pionieren einer neuen Art des Rock, die Elemente traditioneller keltischer Musik auf eine ganz breite Leinwand pinselte. THE CROSSING wurde auf beiden Seiten des Atlantiks zum Bestseller und zeigte in der Ära des Synthiepop, das epischer Gitarrenrock – siehe U2 – immer noch seinen Platz hatte.
(Text: MJ)
Zeitzeugen: „THE CROSSING erreicht oft die epische Dramatik, nach der es strebt.“

78
Sea Hags
SEA HAGS
CHRYSALIS, 1989

„Wir werden die neuen Guns N‘ Roses sein, falls irgendjemand uns so nennen will“, sagte Frontmann Ron Yocom bei der Veröffentlichung des Debüts seiner Band aus San Francisco. Produziert wurde es von Mike Clink, der auch schon an APPETITE FOR DESTRUCTION gearbeitet hatte. Dem Heroin verfallen, schafften es die Sea Hags aber nie, einen Nachfolger dieses Sleaze-Rock-Meisterwerks abzuliefern.
(Text: PE)
Zeitzeugen: „Diese Platte kommt von Herzen und aus der Gosse.“ („Kerrang!“)

77
Green On Red
GAS FOOD LODGING
ZIPPO, 1985

Die Band aus Tucson erschuf ein explosives Roots-Rock-Opus, das zu gleichen Teilen aus The Band, Meat Puppets und Neil Young zu seiner folkigsten Zeit zu bestehen schien. Chuck Prophets ungezähmte Gitarrenläufe wurden nur vom Urschrei in Dan Stuarts kratziger Vocals eingeholt.
(Text: RH)
Zeitzeugen: „Absolut meisterhaft … einige Songs könnten Klassiker werden.“ („Sounds“)

76
The Gun Club
FIRE OF LOVE
RUBY, 1981

Dieses Ehrfurcht gebietende Debüt von Jeffrey Lee Pierces Band verschmolz Punk, Blues und Psychobilly zu einer alternativen Geschichte des US-Rock‘n‘Roll. FIRE OF LOVE erschien auf dem winzigen Indielabel Ruby und wies den Weg für eine neue Generation von Hoffnungsträgern, nicht zuletzt die White Stripes.
(Text: RH)
Zeitzeugen: „Die dämonische Intensität packt einen an der Gurgel.“ („Melody Maker“)

75
Brian Wilson
BRIAN WILSON
Sire, 1988

Für den Großteil der 80er galt Brian Wilson als vermisst und wurde für kreativ tot gehalten. Tatsächlich wurde er von seinem Psychiater Eugene Landy kontrolliert und ausgebeutet, was den Ruf dieses Albums nachhaltig schädigte. Dabei finden sich hier die Americana-Saga ›Rio Grande‹ im Stil von SMILE und das klassische Wilson-Opus ›Love And Mercy‹ – noch immer sein bester Song seit den 70ern.
(Text: NH)
Zeitzeugen: „Eine umwerfende Erinnerung daran, was dem Pop in all diesen Jahren gefehlt hat.“ („Rolling Stone“)

74
Tom Petty And The Heartbreakers
SOUTHERN ACCENTS
MCA, 1985

Pettys größter Erfolg der 80er war FULL MOON FEVER, produziert von Jeff Lynne und augenscheinlich ein Soloalbum. Doch seine beste Platte war SOUTHERN ACCENTS mit der grandiosen Dixie-Hymne ›Rebels‹, der schrägen Single ›Don‘t Come Around Here No More‹ und dem wunderschönen, elegischen Titelstück.
(Text: PE)
Zeitzeugen: „Pettys Roots-Album, doch die Azente hier sind nicht gerade orthodoxer Southern Rock.“ („Creem“)

73
Steve Earle
COPPERHEAD ROAD
MCA, 1988

Steve Earle ließ den Mainstream-Rock seiner ersten beiden Platten hinter sich und bezeichnete COPPERHEAD ROAD als „Heavy Metal Bluegrass“. Dazu kam ein bisschen keltischer Folk inklusive Gastauftritt von den Pogues sowie eine ordentliche Dosis Antikriegs-Polemik – das Ergebnis war überragend, auch wenn weitaus weniger leicht verdaulich.
(Text: RH)
Zeitzeugen: „Härter als die beiden Vorgänger … eine raue Dosis Rock‘n‘Roll.“ („Rolling Stone“)

72
Dan Reed Network
SLAM
MERCURY, 1989

Es hätte ihr SLIPPERY WHEN WET werden sollen. Stattdessen wurde das zweite Album der Band zum verlorenen Klassiker – eine Funk-Rock-Tour-de-Force, produziert von Nile Rodgers und von so vielen tollen Songs beseelt, ob Tanzbares wie ›Tiger In A Dress‹ und ›Make It Easy› oder großartige Balladen wie ›Rainbow Child‹ und ›Stronger Than Steel‹.
(Text: PE)
Zeitzeugen: „Davor war Rock nie so funky und Funk nie so rockig.“ („Sounds“)

71
Cinderella
LONG COLD WINTER
MERCURY, 1988

Rückblickend war diese Platte richtungsweisend: Cinderella kehrten dem euphorischen Hair-Metal von NIGHT SONGS den Rücken und legten ein Werk voller Dunkelheit und Tiefe vor. Vom Grunge war es allerdings noch weit entfernt. ›Gypsy Road‹ und ›The Last Mile‹ sind perfekter Cock-Rock, während ›Don‘t Know What You‘ve Got (Til It‘s Gone)‹ als tränenreiche, aufrichtige Ballade begeistert. Doch der Tonfall hier ist eindeutig erwachsener und Tom Keifer gab damit seine Visitenkarte als talentierter Songwriter ab.
(Text: JH)
Zeitzeugen: „Zeigt einen bewundernswerten Willen, mal etwas anderes zu versuchen.“ („Rolling Stone“)

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