bell, drakeKonkurrenz aus Übersee für Dick Brave: ein Multitalent mit dem gewissen Kniff.

Seit Dekaden kursiert am New Yorker Broadway das Bonmot, das seinen Ursprung beim ohnehin nie um einen Sarkasmus verlegenen Groucho Marx haben soll. Frage: Was kann schlimmer sein, als ein singender Schauspieler? Antwort: Ein schauspielernder Sänger! Drake Bell aus dem kalifornischen Anaheim behauptet sich in beiden Berufssparten. Schon als Kind und Teenager spielte er Rollen in TV und Kinofilmen. Seit 2005 agiert er auch als Vokalist, Gitarrist, Pianist und Komponist mit Hang zur Pop-Nostalgie. Für sein drittes Solowerk kooperiert das 27 Jahre alte Multitalent ausgerechnet mit seinem Jugendidol: Brian Setzer, Gründer von The Stray Cats und Chef des Brian Setzer Orchestras. READY, STEADY, GO! erinnert nicht von Ungefähr in Stil und Intention an die Karrierestationen des umtriebigen Produzenten. Und auch der vermeintliche Kanadier Dick Brave & The Backbeats und The Baseballs blicken – kaum verwunderlich bei der Mucke – hier und da mal um die Ecke. Etliche Pop- und Rock-Klassiker oszillieren authentisch in detailfreudigen Arrangements zwischen Rockabilly, Rock’n’Roll und Big Band Swing. Für perfekte Verblüffung sorgt der Auftakt mit ›Sunny Afternoon‹ von The Kinks. Äußerst funktionsfähig als Coverversionen erweisen sich ›California Man‹ von The Move, ›Crazy Little Thing Called Love‹ von Queen, und ›It’s Still Rock And Roll To Me‹ von Billy Joel – Kunststück, allesamt zeigen ja schon im Original eine gehörige Portion Affinität in Richtung wilde 50er. Noch eindeutiger dürfte die Wahl von ›Runaway Boys‹ und ›I Won’t Stand In Your Way‹ von The Stray Cats sein – da grinst Produzent Brian Setzer nur schelmisch. Zwischen Big Band und Swing von Django Reinhardt empfiehlt sich schließlich das selbstverfasste ›Bitchcraft‹ – tja, was es doch für feine Wortspiele in dieser Welt gibt.