EG-in-the-woods-wider1Retro-Power vor bunter Fan-Kulisse.

Es ist zwar nicht so voll wie die Woche zuvor bei Steel Panther, für einen Montagabend zur Wiesn-Zeit ist das 59:1 gut gefüllt, als Earl Greyhound zum Rock-Tanz bitten. Zudem zeigt sich beim ersten Blick in die Runde, dass das Publikum ebenso breit gefächert ist wie der Sound der New Yorker: Vom Altrocker über die Hausfrau bis zum Indie-Teenie ist jede Fan-Kategorie vertreten. Und jeder bekommt genau das, was er sich wünscht: Gefühlvolle Soul-Einlagen prallen auf markige Riffs mit Queens Of The Stone Age-Flair, ergreifender zweistimmiger Gesang auf pumpende Bass-Linien, die einem das Hirn gegen die Schädeldecke pressen. Die Drei lassen sich gegenseitig Raum, sodass jeder auf seine Weise glänzen kann. Drummer Ricc Sheridan, der sich so verausgabt, dass man meinen mag, er hätte jegliche Tropfen Flüssigkeit bereits ausgeschwitzt, ist der unermüdliche Motor von Earl Greyhound: selten zu sehen, aber immer präsent. Im Show-Mittelpunkt stehen natürlich Kamara Thomas und Matt Whyte. Und ebenso sehr, wie sie sich optisch unterscheiden, so verschieden ist auch ihre Art der Darbietung. Kamara sorgt für den Antrieb der Band, sie drückt sie mit ihrer Bass-Wucht vor sich her. Das hat nichts Tänzelndes, Filigranes an sich, sondern ist wuchtig, erdig, bodenständig. Matt dagegen bricht immer wieder aus. Mal ist er komplett introvertiert, geht mit geschlossenen Augen ganz in seinen bluesigen, verspielten Soli auf. Doch er kann auch der klassische Rockstar sein, der sich an den Bühnenrand vorwagt und sich in Pose wirft, um die Fans anzuheizen. Die lassen sich das nicht zweimal sagen. Sie grooven beschwingt mit, lassen sich von der lebensfrohen Mischung aus Rock, Psychedelic und Blues anstecken. Und später auch von der guten Laune der New Yorker – die stehen nämlich nach Show-Ende noch eine Stunde lang am Merchandise-Stand, um sich mit den Münchnern zu unterhalten.