Passend zum Titel besinnen sich Eat The Gun auf STRIPPED TO THE BONE auf ihre Essenz: Das von H-Blockx-Bassist Stephan „Gudze“ Hinz erdig produzierte Viertwerk kommt geradlinig-ballastfrei daher, rückt die metallische Seite der Band in den Hintergrund und ihr Gespür für eingängigen, melodiestarken Alternative Rock der Marke Foo Fighters in den Fokus.

Eat The Gun 2013a„Wir waren an ähnliche Bedingungen wie die Foo Fighters bei ihrem letzten Album gebunden. STRIPPED TO THE BONE produzierten wir quasi gänzlich dort, wo wir auch proben: in einem alten Lagerhaus am Rande unserer Heimatstadt Münster“, berichtet Sänger und Gitarrist Hendrik Wippermann. „Weil wir – anders als Herr Grohl und Co. – mit einem mickrigen Budget arbeiten mussten, waren wir gezwungen, das Beste aus den räumlichen Gegebenheiten herauszuholen, die uns kostenfrei zur Verfügung standen. Das Schlagzeug nahmen wir in einer großen, alten Lagerhalle auf und bauten aus Paletten und Kartons Räume, die unseren klanglichen Vorstellungen entsprachen.“

Zuvor hatte Wippermann erstmals in Eat The Guns elfjähriger Geschichte alle Stücke eines Albums ausschließlich auf einer Akustikgitarre komponiert. Erst im Anschluss arbeitete er die Nummern gemeinsam mit Schlagzeuger Gereon Homann und Bass-Neuzugang Peter Bergmüller aus. „Ich schreibe am liebsten ganz klassisch mit der Westerngitarre, weil für mich Texte und Gesangsmelodien die Basis eines guten Songs ausmachen. So kann ich meine Entwürfe musikalisch am besten auf den Punkt bringen“, verrät Eat The Guns Vordenker. „Ich stelle den Jungs dann meine Ideen bei unseren Sessions vor, und wir fangen an, auszuwählen und an Liedern zu arbeiten. Ich glaube, durch diese Arbeitsweise habe ich weniger klassische Riffs geschrieben. Weil der Schwerpunkt weniger auf der Gitarrenarbeit liegt und die Songs im Vordergrund stehen, fällt das Album insgesamt etwas ‚alternativer‘ aus. Je ausgedünnter und versierter man musikalisch arbeitet, desto mehr Platz haben die einzelnen Instrumente. Dadurch klingt das Endresultat viel intensiver. Wir mögen keine überproduzierten Alben, sondern arbeiten gerne mit dem, was wir haben. So müssen wir live nicht tricksen, und die Leute bekommen genau das, was sie auch auf dem Album hören.“

Von vier Musikern eingespielt, wäre STRIPPED TO THE BONE ausgefallen. Anders ausgedrückt: Auf sicherlich deutlich weniger reduziert Album Nummer vier profitieren Eat The Gun erstmals in großem Maße von ihrer Schrumpfung vom Quartett zum Trio im Jahr 2007. „Ich habe darüber nie nachgedacht, aber die Frage ist gut. Vielleicht ist es uns auf STRIPPED TO THE BONE zum ersten Mal gelungen, unsere Vorstellung des Eat-The-Gun-Sounds so umzusetzen, wie wir es immer wollten“, überlegt Hendrik. „Man findet sein aktuelles Album ja meistens am besten, wobei ich im Kopf schon längst wieder mit neuem Material beschäftigt bin. Unserer Meinung nach spiegelt STRIPPED TO THE BONE die Gruppe so gut wider wie kein anderes Eat-The-Gun-Album zuvor – wobei wir unsere alten Platten nach wie vor sehr mögen. Wir sehen uns eigentlich als Live-Band und stellen immer sehr hohe Ansprüche an uns. Ich habe manchmal schon viel zu tun auf der Bühne, aber das Zusammenspiel als Trio begrenzt uns musikalisch nur im positiven Sinn: Wir lassen gezwungenermaßen alle überflüssigen Elemente weg und versuchen, aus dem, was wir haben, das Maximum herauszuholen.“ Mit Erfolg, wie der Gute-Laune-Garant STRIPPED TO THE BONE beweist.