Review: Ernst Hofacker – The Rolling Stones. 100 Seiten

rolling stones 100 seiten

Von der Blues-Combo zur Weltmarke.

Um Mick Jagger und Keith Richards im Jahr 1963 zu zwingen, ihr erstes eigenes Lied zu schreiben – zuvor hatten sie Blues-Nummern gecovert und neu interpretiert – sperrte sie ihr damaliger Ma­­nager Andrew Loog Oldham in der Küche ein und drohte, sie erst wieder herauszulassen, wenn sie einen Song zustande gebracht hätten. So geht nur eine der zumeist amüsanten, im Zusam­menhang mit Problemkind Brian Jones freilich nicht immer so lustigen Anekdoten, die Journalist und Autor Ernst Hofacker gekonnt in seine kurze Ge­­schichte der Stones einbaut. Neben diesen sorgen Listen wie „Weltstars, die im Vorprogramm der Rolling Stones auftraten“ (AC/DC, Prince, Patti Smith etc.) sowie Steckbriefe der Bandmitglieder (wie leicht man doch vergisst, wie viele es da im Lauf der Zeit gab), von deren Ehepartnern und Liebschaften für eine unterhaltsame Lektüre. Hofacker gelingt es auf den im Rahmen der Reclam-Serie knapp bemessenen 100 Seiten nicht nur, einfach die Geschichte der Band zu erzählen, sondern die Evolution von der Nachwuchs-Combo hin zur Weltmarke samt eigenem Logo aufzuzeigen. Zwischendurch stellt er kritische Fragen. Wo denn bei den horrenden Ticketpreisen, den riesigen Konzert-Events, den Abstechern in andere Genres, den Solo­projekten, kurz: dem ganzen Showbusiness noch die Bluesformation des Anfangs zu finden sei? 2016 gaben die Rolling Stones mit BLUE & LONESOME darauf freilich eine passende Antwort.

8/10

The Rolling Stones. 100 Seiten
VON ERNST HOFACKER
Reclam

Text: Vincent Numberger

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