in flamesDie Verführung der Sirenen.

Als Gitarrist Jesper Strömblad die Band nach den Aufnahmen zu ihrem 2008er-Album A SENSE OF PURPOSE verließ, raunten einige Zeitgenossen schon vom Untergang der Band. Doch nach einer kleinen Erholungs- und Neuorientierungsphase meldeten sich die Dänen 2011 mit SOUNDS OF A PLAYGROUND FADING zurück, einem Befreiungsschlag, der die meisten Kritiker davon überzeugte, dass es In Flames eben auch ohne ihren Hauptsongschreiber Strömblad schaffen können. Mit SIREN CHARMS wird nun dessen Nachfolger Niclas Engelin endgültig als festes Bandmitglied begrüßt. Natürlich wird auch dieses Album wieder einige Unkenrufe provozieren, schließlich sehnen sich viele Kritiker und Fans zu den Anfangstagen der Band zurück, als sie dem Melodic Death Metal ihren eigenen, ganz unverwechselbaren Stempel aufdrückten. Den Weg in ruhigere und melodischere Fahrwasser haben Anders Fridén und seine Kollegen allerdings schon vor einigen Jahren eingeschlagen, SIRENS CHARMS markiert in diesem Sinne jetzt einen neuen Höhepunkt: Eine fein ausbalancierte Mischung aus hart und zart, denn wuchtige Gitarrenriffs treffen hier auf die dunkel verführerischen Gesangslinien Anders Fridéns. Die Grundstimmung ist zwar düster und ein wenig depressiv, aber gleichzeitig auch befreiend und richtiggehend betörend. Hymnen wie ›Everything Is Gone‹, ›Through Oblivion‹ und das Titelstück ziehen einen umgehend in ihren Bann. Wer dennoch enttäuscht die Aggressivität der Frühwerke vermisst, der findet diese zumindest teilweise in ›When The World Explodes‹ oder auch ›Monsters In The Ballroom‹.