PeterFreestoneFreddyMercury

Hinter den Kulissen: die Eskapaden einer Rockdiva.

Wenn der langjährige persönliche Assistent einer Rocklegende anfängt, aus dem Nähkästchen zu plaudern, dann kann es passieren, dass das bis dahin so vorsichtig gepflegte Image in der Öffentlichkeit ein paar Kratzer abbekommt. Als eindrucksvolles Beispiel sei Frederic Seamans Buch THE LAST DAYS OF JOHN LENNON: A PERSONAL MEMOIR erwähnt, der das etwas andere Bild Lennons skizzierte als das des gütigen Hausmannes, der seine Tage im Dakota-Building mit Brotbacken und der Erziehung von Sohn Sean verbrachte.

Peter Freestone, von 1979 bis zum Tode 1991 der Personal Assistant von Queens Freddie Mercury, geht wesentlich wohlwollender mit dem verstorbenen Ex-Chef um – selbst wenn er erstaunliche bis haarsträubende Ereignisse aus dem Alltag der Rockdiva zu berichten weiß, die bislang nicht medial ausgewertet wurden. Da sind vor allem Freddies zahllose Liebhaber aus aller Herren Länder, die zumeist kurz eine hervorgehobene Rolle spielen – bis sie von einem Tag auf den anderen wegen irgendeines Vergehens aus dem Bewusstsein Mercurys gelöscht werden. Interessant lesen sich auch die Anekdoten um Begegnungen mit befreundeten Künst-lern wie Elton John, David Bowie, George Michael und Montserrat Caballé. Nicht zu vergessen: der Umgang mit den Bandkollegen von Queen.

Intime Einblicke in Tourneen und Studiosessions, aber auch in Freddies Privatleben vervollkommnen das Bild eines bei allem Talent zutiefst Verunsicherten. Freestones Buch funktioniert als psychologische Analyse seines ehemaligen Arbeitgebers immerhin so detailliert, dass unterm Strich ein Porträt mit nur wenigen Längen entsteht, das Mercurys vielschichtige Persönlichkeit um einiges transparenter macht.