GogolBordelloEs fing alles so gut an. Und jetzt das: killed by Madonna!

Als Eugene Hütz in der internationalen Musikszene auftauchte, war der Exil-Ukrainer mit Wohnsitz NYC eine echte Sensation: Mit seinem neunköpfigen Kollektiv servierte er einen wilden Mix aus osteuropäischer Folklore und westlichem Punk. Was die Medienlandschaft zum Fantasiebegriff „Gypsy Punk“ verleitete – und Promis wie Madonna auf den Plan rief, die sich nun ganz ungeniert mit dem ach so hippen Multikulti-Sound schmückten.

Doch inzwischen ist der Hype großer Ernüchterung gewichen. Denn: Gogol Bordello haben nichts Neues zu bieten. Sie kochen nur bekannte Ideen auf, gefallen sich in der Rolle der romantisch-rebellischen Underdogs und thematisieren Abenteuer, Freiheit und Liebe. Wobei – und das verwundert – Hütz kaum Impressionen seines jüngsten Aufenthalts in Sao Paulo einfließen lässt (außer ›Uma Menina Uma Cigana‹) und über die Dauer von 13 Stücken erschreckend gleichförmig klingt. Was sich offensichtlich in enttäuschenden Verkäufen im UK und in den USA manifestiert. Für ein Major-Debüt, zumal unter der Regie von Rick Rubin, eine Riesenenttäuschung.