phillips grant leeSchwelgerisch schöne Lieder vom nachdenklichen Songwriter.

Vier Jahre sind seit dem letzten Solowerk von Grant-Lee Phillips vergangen. Seitdem hat sich eine zentrale Koordinate im Leben des Songwriters verschoben, nach mehr als 30 Jahren in Kalifornien ist er nach Tennessee übergesiedelt. Dort, in Nashville, hat er THE NARROWS aufgenommen. Und das hört man. Der neue Phillips klingt anders als mit seiner früheren Band Grant Lee Buffalo – das sowieso –, aber auch anders als zuletzt. THE NARROWS ist kraftvoller, griffiger, rockiger als der akustische Vorgänger WALKING IN THE GREEN CORN. Die eingängigen Stücke changieren zwischen organischem Country, Folk und Rock, mit gelegentlichem Einsatz von Steelgitarre, Banjo, Keyboard und Geige. Dazu singt Phillips nachdenkliche Texte über Tod, Verlust, Liebe und Vergänglichkeit. Verzagt wirkt er dabei selten, vielmehr altersweise und, ja: hoffnungsvoll. Ob beim saftigen Countryrock von ›Rolling Pin‹, dem schwelgerischen ›Just Another River Town‹ oder dem feierlichen ›Yellow Weeds‹. „I’m lost, but I keep on walking/Sometimes it’s all a man can do“, heißt es abschließend in ›Find My Way‹. „It’s dark, but I keep on singing/Tryin’ to find my way back home to you.“ Aufgeben gilt nicht.

Grant-Lee Phillips
THE NARROWS
YEP ROC/H’ART
7/10