Hurtsmile_VerticalPhoto_Color Kopie

Die momentane Pause bei Extreme nutzt Sänger Gary Cherone, um gemeinsame Sache mit seinem engsten Blutsverwandten zu machen.

„Letztlich war es nur eine Frage der Zeit, bis ich etwas zusammen mit meinem Bruder Mark auf die Beine stellen würde“, erklärt Gary Cherone, Frontmann der seit 2004 reaktivierten US-Rockband Extreme. Es ist die Vorgeschichte der Newcomer Hurt­smile, deren gleichnamiges Debütalbum seit Ende Januar in den Läden steht. Mark Cherone wirkte be­reits partiell bei Tribe Of Judah mit, einer Gruppe, die Bruder Gary im Jahr 2001 während der Extreme-freien Zeit formiert hatte. Ab 2007 nahmen Hurtsmile dann erste konkrete Konturen an. „Ich musste unsere Pläne aber wegen des Ex­treme-Comebacks zunächst ein wenig hinten anstellen, aber als Nuno (Bettencourt, Gitarrist von Extreme – Anm.d.A.) nach unserem aktuellen Album SAUDADES DE ROCK (2008) und den Konzerten mit Rihanna touren konnte, griff ich Hurtsmile sofort wieder auf.“

Zusammen mit Freunden, mit denen die Cherone-Brüder schon in der Vergangenheit gelegentlich gejammt hatten, entstand eine neue Gruppe, die stilistisch nicht allzu weit von Extreme entfernt ist und in punkto Gitarrendominanz, Gesangsharmonien und kompositorischer Vielfalt durchaus ähnliche Züge trägt. „In einer Band hängt alles von der Art der Zusammenarbeit ab“, sagt Gary Cherone, der Ende der Neunziger kurzzeitig (und auch relativ erfolglos) Sänger von Van Halen war, „deswegen entstehen allein schon durch die andersgeartete Besetzung klangliche Unterschiede zu Extreme. Insgesamt sind Hurtsmile etwas rauer als Extreme.”

Vermutlich auch deshalb gibt es keinerlei Animositäten oder Eifersüchteleien zwischen Cherones beiden Bands, ganz im Gegenteil: „Nuno hat uns immer unterstützt und sich auch absolut positiv über das geäußert, was er bislang gehört hat. Und Pat und Figg (Pat Badger, Bass; Kevin Figueiredo, Schlagzeug – Anm.d.A.) waren sogar im Studio zu Gast, als wir das Album aufnahmen. Sie alle stehen total auf die Hurt­smile-Songs.“

Cherone ist also mächtig stolz auf das Debüt und plant bereits eine flächendeckende Amerika-Tournee, die er am liebsten auch auf Europa ausdehnen möchte. Allerdings dürfte dieses Unterfangen terminlich nicht ganz einfach zu realisieren sein, denn seine Hauptgeldgeber planen bereits für 2011: „Es wird definitiv neue Extreme-Songs geben – voraussichtlich sogar ein komplettes Studioalbum. Wenn alles glatt geht, dann noch in diesem Jahr.“