iggy pop soldier albumIggys intensive Post-Bowie-Phase.

Nach Beendigung des allzu engen WG-Daseins in Berlin mit David Bowie stellte sich für Iggy Pop zum Ausklang der 70er die knifflige Frage: Was lasse ich den kongenialen Klassikern THE IDIOT und LUST FOR LIFE folgen? Der Einstand NEW VALUES, 1979 erster Teil einer Albumtrilogie auf Clive Davis’ Label Arista im Gespann mit den Stooges-Mitgliedern James Williamson und Scott Thurston, geriet kraftvoll und muskulös. Ursprünglich war Williamson auch für den Nachfolger SOLDIER als Produzent vorgesehen, doch ein Streit mit Pop über das Klangbild (Williams wollte Spector-Wall-Of-Sound, Pop nicht!) endete in der Trennung. In den Waliser Rockfield Studios fand sich damalige Wave-Prominenz ein: Ex-Patti-Smith-Group-Mitglied Ivan Kral und Steve New von den Rich Kids griffen in die Saiten. XTCs Barry Adamson drückte die Tasten. Klaus Krüger, ehemals Tangerine Dream und schon seit NEW VALUES bei Pop in Lohn und Brot, sorgte für den rechten Bumms. In Kooperation mit Ur-Sexpistole Glen Matlock zauberte Mr. Osterberg die kantigen Kracher ›Mr. Dynamite‹, ›I Need More‹ und ›Take Care Of Me‹. Im Alleingang steuerte Matlock ›Ambition‹ bei. David Bowie kollaborierte mit Pop auf dem neckischen Wave-Pop-Ohrwurm ›Play It Safe‹ – mit den Simple Minds und Bowie als schrägem Harmoniechor. Provokant räumte Pop dann noch ein Geständnis ein: ›I’m A Conservative‹. Für das ein Jahr später in den New Yorker Record Plant Studios eingespielte PARTY wurde das Personal – bis auf Ivan Kral – komplett ausgetauscht. Von Thom Panunzio und Tommy Boyce punktgenau wie eine Überblendung aus MC 5, Stooges und Rolling Stones produziert, rocken ›Pleasure‹, ›Rock’n’Roll Party‹, ›Houston Is Hot Tonight‹ und ›Pumpin’ For Jill‹ auch noch 35 Jahre später zeitlos knackig. Als purer Indie-Pop-Ohrwurm empfahl sich ›Bang Bang‹.

Iggy Pop
SOLDIER/PARTY
MUSIC ON VINYL
SOLDIER: 8/10
PARTY: 9/10