Joe Bonamassa_05_2014_credit Rick Gould„The Guitar Event of the Year“?

Ja, das war es! Das Motto, unter dem JoBo in diesem Jahr für das neue Programm seiner Blues-Revue wirbt, ist keine Übertreibung. Zumindest in der Oberpfalz dürfte dieser Abend die größte Gitarrenveranstaltung sein, die man in diesem Jahr nur geboten bekommen kann! Joe Bonamassa, dieser unscheinbare, wie ein Anzug tragendes, 38-jähriges Erstkommunionskind scheinender Bluesgitarrist, kommt 2016 nach Europa und füllt dort mit einer der ursprünglichsten Musikrichtungen eine Halle nach der anderen. Auch in der Regensburger Donau-Arena, der Eishockey-Spielstätte der Mittelaltermetropole, sind alle rund 3000 Stühle mit begeisterten Blues-Enthusiasten besetzt. Worin aber besteht die Anziehungskraft dieses Musikers, mit der er dem alten Blues nicht nur neues Leben, sondern einen wahren Hype verpasst hat? In den folgenden zwei Stunden beantwortet er mit 17 Songs diese Frage unmissverständlich: Bonamassa hat die Bescheidenheit und die Geschichte des Blues verstanden und setzt diese mit einer präzisen aber auch leidenschaftlichen Virtuosität um, wie sie heutzutage nur noch wenige unter uns weilende Meister beherrschen. Mehr als eine Sammlung feinster, museumsreifer Gitarren, eine ebenso exklusive Gruppierung von Begleitmusikern (samt zweiköpfiger Horn-Section, die den Sound manchmal bis auf Big-Band-Größe aufbläst) und eine Mischung aus älteren wie neuen Eigenkompositionen aus dem aktuellen Album BLUES OF DESPERATION sowie einige exzellent ausgewählte Klassiker früherer Gitarren-Legenden braucht Bonamassa nicht für diese vollverstärkte Blues-Messe. Er spielt nicht einfach nach, sondern erweist Vorgängern wie Muddy Waters, Hendrix sowie Freddie, Albert und B.B. King mit ganzer Kraft seine laut andächtige Ehre. Amen!

Thomas Stettner