Wenn es um den gelebten Wahnsinn im Rock’n’Roll geht, ist ein Mann ungeschlagen: der unvergessene The Who-Schlagzeuger Keith Moon. Heute, den 23. August, wäre er 70 geworden.

Mittlerweile ist es bekannt: Keith Moon hatte seine dunkle Seite. Man muss nur Ian McLagan von den (Small) Faces fragen, zu dem Moons erste Ehefrau Kim flüchtete, als sie Keiths Eskapaden, seinen Dauersuff und seinen Hang zur Gewalt nicht mehr ertragen konnte. Und eines ist auch klar: Vieles, was Moon zeitlebens anstellte, war nicht allzu klug durchdacht – auch wenn einiges davon nur einem teuflisch cleveren Geist entspringen konnte. Nicht zuletzt: Wir wissen, dass es böse endete. Keith Moon, der mittlerweile das Rentenalter erreicht hätte, starb 1978 mit nur 32 Jahren. Da kann einem das Lachen schon vergehen. Doch Moon hinterließ eben auch jene unsterblichen Anekdoten über zerstörte Hotelzimmer, explodierende Kloschüsseln und entehrte Groupies, die einen – solange der Rock’n’Roll noch lebt – immer wieder zum Lachen bringen werden. Erheben wir also das Glas auf „Moon The Loon“…

1. Erster Gig mit The Who
Bei seiner Live-Premiere mit The Who taucht Moon mit meterweise Seil auf, um sein Drum-Kit mit den Stützpfeilern der Hallendecke zu vertäuen – sehr zur Verwunderung seiner neuen Bandkollegen. Mitten im Auftritt kollabiert die P.A.-Anlage, weshalb Moon die Zwangspause mit einem Solo überbrücken soll. Er prügelt die Scheiße aus seinen Trommeln, die laut John Entwistle „zwar bedenklich wackelten, aber durch das Seil in Position gehalten wurden“. Nach der Show geht Moon zu Entwistles Freundin, legt sein verschwitztes T-Shirt ab und wringt es über ihrem leeren Weinglas aus – das er bis zum Rand füllt.