Kenny_wayne_shepherd_jfEr ist könnte der ‘neue Bonamassa’ sein.

Wenn Steve Ray Vaughan, Gary Moore und Albert King ein Kind der Liebe miteinander gezeugt hätten (zugegeben, das ist ein sehr verstörendes Bild, aber bitte nicht abschrecken lassen und weiterlesen), dann würde es mit höchstmöglicher Wahrscheinlichkeit genau wie Kenny Wayne Shepherd klingen.

Hier sehen wir einen Gitarristen, der so viel Blues in sich aufgesaugt hat, dass er ihm praktisch aus jeder Pore strömt. Doch er und seine Band – unter ihnen Steve Ray Vaughans Schlgazeuger Chris Layton – sind bei Leibe keine Trittbrettfahrer. Ihre klassichen Einflüsse und ihr bluesiger Rock’n’Roll bescheren den Zuschauern eine tolle Nacht.

Der Großteil des Sets ist Rock’n’Roll der Marke HOW I GO. Und ›Never Lookin’ Back‹ zeigt ihre tighte, freudige, aber dennoch disziplinierte Spielweise. Es gibt auch viele alte Stücke, wodurch sich der fortschreitende Abend immer mehr in Richtung old-school Blues bewegt. Es folgen ›Deja Voodoo‹ aus seinem Debütalbum LEDBETTER HEIGHTS. Außerdem zeigen Kenny Wayne Shepherd, sein Sänger Noah Hunt und sein Bassist Tony ‘Fretless Monster’ Franklin alle Fassetten ihres musikalischen Könnens. Den größten Jubel gibt es am Ende des Abend, nämlich bei ihrer Zugabe ›Voodoo Chile‹. Manchmal bekommt man wirklich das Gefühl, Kenny hätte ein bisschen an Steves späteren Kompositionen genippt. Letztendlich aber überzeugt Kenny Wayne Shepherd heute nicht so sehr durch seine bemerkenswerte Songstrukturen, sondern durch seine unverkennbare und mitreßende Freude, einfach rockenden Blues zu spielen.