kottakDrittes Solo-Album des Scorpions-Drummers – als Sänger/Gitarrist.

Eigentlich sollte man meinen, James Kottak wäre gerade beschäftigt genug. Doch der 47-jährige Amerikaner – ganz der clevere Geschäftsmann – nutzt den Medienrummel um den Scorps-Abschied für ein klein bisschen Eigenwerbung.

Was das dritte Album seiner Hobbyband Kottak auch bitter nötig hat. Schließlich glänzt er hier mit Songs der Marke ›Rock ’n’Roll Forever‹, ›Sunset Blvd‹, ›Super Pricks‹ und ›Drunk Uncle Pete‹, die an lyrischen Peinlichkeiten aka billigen Klischees und schlechten Schüttelreimen („Lost my money – killed my honey“, „Stripper shoes – porno news“) kaum zu überbieten sind. Und auch die Musik, die er selbstironisch als „Cheap Trick meets Green Day on a bad day“ verkauft, ist nicht mehr als durchschnittlicher Punk-Pop, wie ihn derzeit Tausende von Blink 182/Sum 41-Klone bieten.

Ein musikalisches Trauerspiel – daran können auch noch so viele Posen, Sturmfrisuren und Tattoos wenig ändern. Einzig das Cover von ›Holiday‹ (1:30 Minuten kürzer als das Original) ist okay. Drummer, bleib’ bei deinen Stöcken!