krokusMetallenes Stelldichein Made in Switzerland: friss die Reichen.

Wer hat’s erfunden? Klar doch, die Eidgenossen! Oder doch nicht? Nun, im Falle der Schweizer Hard-Rock-Formation Krokus, 1974 in Solothurn von Bassist und ursprünglichem Sänger Chris von Rohr und Gitarrist Tommy Kiefer gegründet, lassen sich die Urheber laut und deutlich heraushören: AC/DC und Scorpions. Vor allem ab 1980, als der ehemalige Frontmann von Tea und Eazy Money, Marc Storace, kurzzeitig in der engeren Wahl ist Bon Scott zu ersetzen und mit seiner Drei-Oktaven-Stimme schließlich von Rohr am Mikrofon ablöst. Mit dem vierten Longplayer METAL RENDEZ-VOUS wird im Heimatland dank cleverer Adaptionen wie ›Heatstrokes‹, ›Tokyo Nights‹ und ›Back-Seat Rock And Roll‹ mal eben locker dreifaches Platin eingefahren. Mit dem Nachfolger HARDWARE ebbt für Krokus 1981 die Akzeptanz in der Schweiz schon wieder ab, dafür wird Terrain in Großbritannien und Amerika erobert: In ›Celebration‹ hämmert zum Auftakt dumpf die Schwerindustrie als wäre es Industrial. ›Smelly Nelly‹ outet sich als purer Nonsens. ›Mr. 69‹, ›Burning Bones‹ und ›Mad Racket‹ adaptieren einmal mehr Gleichstrom/Wechselstrom von Down Under. Erstmals solides US-Gold erwirtschaftet 1983 HEADHUNTER mit noch eingängigerer Formel sowie den illustren Gästen Rob Halford und Jami Jamison: ›Eat The Rich‹ übt harsche Sozialkritik, ›Russian Winter‹ gibt sich halbwegs politisch und ›Screaming In The Night‹ entwickelt sich zum größten Singlehit von Krokus überhaupt. Gute Wahl: ›Stayed Awake All Night‹, eine Coverversion von Bachman Turner Overdrive. Noch vor der Produktion vom ebenfalls in den USA vergoldeten THE BLITZ verabschiedet sich Chris von Rohr. Mark Kohler, seit ONE VICE AT A TIME (82) als Gitarrist mit im Boot, wechselt zum Bass. Gitarrist Fernando von Arb, der 1976 eingestiegen war, übernimmt sämtliche Sechssaitenpflichten. Bruce Fairbairn produziert Formelhaftes wie ›Midnite Maniac‹, ›Rock The Nation‹ und ›Ready To Rock‹ in Richtung Hairspray-Metal. Als noch akzeptabel erweist sich das Sweet-Cover ›Ballroom Blitz‹.

METAL RENDEZVOUS: 8
HARDWARE: 7
HEADHUNTER: 6
THE BLITZ: 5