Er hat im zarten Alter von elf Jahren Keith Moon kennen gelernt, mit Lemmy in einer Bar in Soho die Nacht zum Tag gemacht, Fergie von den Black Eyed Peas zu einer Zusammenarbeit überredet und ganz nebenher Alice Cooper zu seinem Rock’n’Roll-Dad auserkoren. Das Erstaunlichste an Slash (49) ist jedoch, dass er es auch dann noch geschafft hat, seinen Hut aufzubehalten, während um ihn herum das blanke Chaos tobte.

Slash 02 2010

Er vereint zwei Qualitäten, die ihn nicht nur selbst zum Star gemacht haben, sondern ihm auch geholfen haben, in der Clique der Rock-Topseller Fuß zu fassen. Slash ist a) ein durch und durch unkomplizierter, gutgelaunter Zeitgenosse und war b) lange Jahre dafür bekannt, einer Party nicht abgeneigt zu sein. In Verbindung mit seinem musikalischen Talent ergab dies eine nahezu magische Kombination, die es Saul Hudson ermöglicht hat, mit den ganz Großen im Riff-Business zu feiern. Einige seiner Weggefährten wollten es jedoch nicht nur bei einem spaßigen Abend belassen, sondern haben dem Gitarristen bei den Aufnahmen zu seinem Soloalbum SLASH geholfen, das im Frühjahr 2010 mit massivem Gastaufgebot auf den Markt kam. Auf der illustren Teilnehmerliste finden sich Namen wie Dave Grohl, Stacy Ann „Fergie“ Ferguson (Black Eyed Peas), Lemmy Kilmister, Ozzy Osbourne, Ian Astbury, Kid Rock, Iggy Pop uvm. Doch obwohl Slash ein Mensch ist, der gerne nach vorne schaut, wagt er für CLASSIC ROCK einen Blick zurück – und erinnert sich an die spannendsten Begegnungen seines Rocker-Lebens.

KEITH MOON

Ich liebe The Who, und das schon seit frühster Kindheit. Nachdem ich TOMMY das erste Mal gesehen hatte, war es um mich geschehen. Es war einfach großartig. Doch es kam noch besser – ich traf Keith Moon. Ich war mit meinen Eltern in Los Angeles bei einer Veranstaltung in einer Messehalle oder so was Ähnlichem. Jedenfalls sah ich plötzlich Keith – und konnte ihn überreden, ›Uncle Ernie‹ von TOMMY für mich zu spielen. Was für ein unglaubliches Erlebnis für einen Elfjährigen! Ich erinnere mich noch heute an jede Sekunde, denn ich hatte seither nie wieder ein aufregenderes Treffen. Keith Moon war ein echter Star für mich!

ALICE COOPER

Er hat mich tief beeindruckt, insbesondere damals, als wir mit Guns N’Roses noch ganz am Anfang standen. Alice nahm uns unter seine Fittiche und weihte uns in die Geheimnisse des Rock-Geschäfts ein. Das hat er nicht nur mit uns getan, sondern auch für eine Reihe anderer Bands. Ich kam mir damals so vor, als hätte ich endlich einen total verrückten Vater gefunden, der genau zu mir passt. Ich liebe ihn! Besonders bewundernswert an Alice Cooper ist die Art und Weise, wie er mit seinem Ruhm umgeht. Er hat alles erreicht, Generationen von Musikern und Fans geprägt. Dennoch ist er sehr entspannt, muss sich nie darstellen, sondern hat sich und sein Ego wirklich unter Kontrolle. Beeindruckend.