Plattensammler: Little Steven verrät uns seine Lieblingsalben

little stevenAls Solokünstler erfolgreich, Gitarrist in Bruce Springsteens E Street Band und seit Neuestem Mitglied der Hall Of Fame von New Jersey: So wird‘s gemacht! Welche Musik Steven Van Zandt aka Little Steven zu seinen Taten inspirierte? Er‘s uns verraten.

The Temptations
THE BEST OF THE TEMPTATIONS
(1995)

Best Of The Temptations
Starten wir mit dem, was ich für das beste Album aller Zeiten halte. Auch wenn es ein bisschen geschummelt ist, weil es eine Best Of ist. Wenn man alles zusammennimmt, die Kompositionen, die Performance, die Arrangements, den Sound, dann haben die Temptations die großartigsten Platten überhaupt gemacht. Es gab sieben oder acht überragende Acts bei Motown, doch sie waren die Nummer 1. Viele meiner String- und Bläserarrangements sind von ihnen beeinflusst. Dazu hatten sie fünf Lead-Sänger, die alle gut waren, auch wenn David Ruffin mein Favorit ist. Einer der besten Sänger aller Zeiten.

The Rolling Stones
12 x 5
(1964)

Rolling Stones 12x5
Bei den frühen Werken der Stones wie der Beatles muss man zwischen den englischen und den amerikanischen Versionen unterscheiden, denn es finden sich verschiedene Lieder darauf. Das meiste auf 12×5 wurde in den Chess-Studios in Chicago aufgenommen, in vielerlei Hinsicht ist es für mich das erstaunlichste Album aller Zeiten. Die Art, wie sie ihre Einflüsse absorbiert und für sich selbst als Songwriter genutzt haben, ist außergewöhnlich. ›Good Times, Bad Times‹ klingt wie ein traditioneller Blues-Track, als wäre er von John Lee Hooker, Lightnin‘ Hopkins oder Son House. Aber geschrieben haben ihn Mick Jagger und Keith Richards.

The Beatles
HELP!
(1965)

Beatles Help
SGT. PEPPER‘S war wohl der wichtigste Moment, das wichtigste Album der Rockgeschichte. Aber wenn ich mir eins von ihnen aussuchen müsste, das ich mir wieder und wieder anhöre, dann ist das vermutlich HELP! oder vielleicht auch BEATLES FOR SALE. Eine ganz knappe Entscheidung, hm, mal schnell die Songs im Kopf durchgehen… Nein, es muss HELP! sein. Das Schöne an BEAT­LES FOR SALE ist, dass es ihr Everly-Brothers-Ding war, fast durchweg gibt es zweistimmige Harmoniegesänge. Aber wenn man beide Song für Song durchgeht, wird es dann letztendlich doch von HELP! ausgestochen.

Jeff Beck
TRUTH
(1968)

Jeff Beck Group Truth
Die Jeff Beck Group hat zwei Sachen gemacht, dir für mich zählen: TRUTH und BECK-OLA. Ich nehme das erste, denn es war einfach so aufregend, als es herausgekommen ist. Es hat eine neue Beziehung zwischen Sänger und Gitarrist etabliert und so gewissermaßen den Weg für den späteren Hardrock freigemacht. Zwar gab es schon Roger Daltrey und Pete Townshend oder auch die Kinks. Aber im Zusammenspiel von Jeff Beck und Rod Stewart lag etwas, das zu Aerosmith und all den anderen 80er-Gruppen führte. Beck war immer mein Lieblingsgitarrist, er denkt auf verrückte Weise, das mag ich. Und kaum zu glauben, dass Stewart weiß ist, er singt wie Sam Cooke.

The Byrds
TURN! TURN! TURN!
(1965)

Byrds Turn Turn Turn
Dieses Album hatte alles, was ihr Debüt hatte – und mehr. Gene Clark war damals gerade noch Teil der Byrds, er war der Hauptsongwriter, selbst wenn Roger McGuinn den Sound der Gruppe definierte. McGuinn spielte eigentlich eine akustische 12-String-Gitarre, bis er sich „A Hard Day‘s Night“ anschaute und entdeckte, dass George Harrison eine elektrische nutzte. Die Byrds verhalfen verschiedenen Genres zur Geburt: Zuerst erfanden sie Folk-Rock, dann machten sie Country-, Psychedelic- und Jazz-Rock populär. Ihre zweite Platte enthält einige von Clarks größten Tracks, und ›Turn! Turn! Turn!‹, ein Pete-Seeger-Stück, ist eine der besten Singles überhaupt.

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