FavezMünchen, Feierwerk

Zugkräftiger Headliner für ein lobenswertes Förderprogramm.

Schön, dass es so was noch gibt: Im Rahmen des „Make It Or Break It“-Events müssen Rockfans Anfang Mai drei Tage lang keinen Eintritt bei den Shows zahlen, die in den verschiedenen Feierwerk-Hallen stattfinden. Ziel ist es, die Nachwuchs-Acts zu fördern, die in dieser Zeit vor namhaften Riff-Zugpferden auftreten dürfen. Für Favez eröffnen heute die Indie-Punker The Promise, bevor The Dope mit ihrer Mischung aus Alternative und Emocore ranklotzen. Als Favez schließlich zu später Stunde antreten, ist die Menge bereits gut angewärmt.

Entsprechend hitzig fällt die Begrüßung aus, als Bandchef Chris Wicky, Gitarrist Guy, Fabrice Mentron (Drums), Yvan Lechef (Bass) und die Tasten-Meister Jeff Albelda und Maude Oswald auf die Bühne kommen. Aber was heißt hier „kommen“ – sie stürmen los, getreu dem Motto des aktuellen Albums EN GARDE! Degen, ähem, Instrumente raus und ran an den Fan – mit dieser Einstellung macht sich der Sechser aus Lausanne sichtlich Freunde in der Menge. ›Looking For Action‹? Aber sicher doch.

Denn lang suchen muss man da nämlich nicht. Favez tun so, als wäre alles immer noch ›Like In The Old Days‹, reißen mit diebischer Freude die Kilometer ab (›Tearing Down The Highway‹), natürlich im passenden Gefährt (›White Limousine‹), und tanken noch mal nach (›Naked And Gasolined‹). Am Ende versprühen sie so viel Leidenschaft, dass man ihnen Worte wie ›I Hate This Town‹ nicht mehr abnimmt.

Benedikt Mekelburg