Mark KnopflerSultan ohne Allüren

Wenn es so etwas wie einen Bescheidenheitspreis für Rockstars gäbe, Mark Knopfler müsste zumindest jedes Mal dafür nominiert werden. Wo andere Sternchen aus ihren Shows bisweilen affige Spektakel mit mehr Kostümwechseln als Zugaben machen, wechselt der Dire-Straits-Gründer an diesem Abend in der Schleyerhalle nur seine Gitarren. Er weiß genau, welcher Song mit welchem seiner geliebten Instrumente gespielt werden muss, er weiß genau, dass die Menschen das an ihm lieben. Sein Können ist untrennbar mit seiner Fingerfertigkeit verwoben, er ist einer der besten Gitarristen der Welt. Das wird auch an diesem Abend überdeutlich: Leger mit Jeans und T-Shirt bekleidet, schmilzt für ihn die Welt umgehend auf die sechs magischen Saiten zusammen. 9000 Fans in der ausverkauften Schleyerhalle wollen sich das trotz der brütenden Hitze nicht entgehen lassen. Zunächst die neue Nummer ›Broken Bones‹, dann mit ›Corned Beef City‹ und ›Privateering‹ zwei folkige Nummern. Die Mischung ist gut, eigene Stücke folgen auf Dire-Straits-Material (›Romeo & Juliet‹), beim ikonischen ›Sultans Of Swing‹ gibt es Szenenapplaus. Niemand spielt die Gitarre so wie er, das kann man schon mal würdigen. Und auch wenn ein Mark-Knopfler-Konzert am Ende stets in ähnlichen Bahnen abläuft, wie es die meisten seiner Songs tun, ist es doch allein seine beeindruckende Klasse, die jedes Wiedersehen mit dem Schotten unvergesslich macht. Daran hat auch seine zurückhaltende, aber durchweg glänzende Band großen Anteil. Die spielt sich bei ›Telegraph Road‹ in einen wunderbaren Rausch, bevor ›So Far Away‹ und ›Piper To The End‹ ein großes Rockkonzert beschließen.