meat loafFledermaus from Hell: Hackbratens Opus Magnum.

Wenn gewiefte Produzenten zu Geräuschen aus der Konserve greifen, dann eignet sich vor allem das Motorengedröhne einer großkalibrigen Harley Davidson als ideale Hintergrundbeschallung. ›Leader Of The Pack‹ vom Girl-Trio The Shangri-La’s zehrt vom archaischen Nimbus der Motorradgang ebenso wie der Titelsong des mittlerweile weltweit über 43 Millionen Mal verkauften Meilensteins BAT OUT OF HELL, produziert von Tausendsassa Todd Rundgren. Seit 1972 saßen Schwergewichtsvokalist Meat Loaf und Komponist Jim Steinman am siebenteiligen Songzyklus, primär eine Hommage an das Lebensgefühl in der amerikanischen Provinz der 50er Jahre. Doch erst fünf Jahre später findet das Werk, das zwei Sequels und jede Menge Gerichtsverfahren nach sich ziehen wird, seinen Weg in die Ladenregale. Phil Spectors typisch monumentaler Wall-Of-Sound und Bruce Springteens BORN TO RUN inspirieren die Gassenhauer ›You Took The Words Right Out Of My Mouth‹, ›Paradise By The Dashboard Light‹ und ›All Revved Up With No Place To Go‹. Richard Wagners schwelgerische Opulenz steht Pate bei ›Heaven Can Wait‹ und ›For Crying Out Loud‹. Amerikas verklemmte Sexualmoral, sein unerschrockenes Elitedenken und sein unerschütterlicher Patriotismus werden mit an Parodie grenzender Detailfreudigkeit vertont. Weshalb das in den Bearsville Studios von Woodstock u.a. mit Rundgrens Band Utopia, Edgar Winter am Saxofon, Sängerin Ellen Foley sowie Pianist Roy Bittan und Schlagzeuger Max Weinberg, beide Mitglieder der E Street Band, eingespielte Werk gerne auch als „heimliche Deflorationssuite“ bezeichnet wird. Auf zusätzlicher DVD der SPECIAL EDITION finden sich knapp ein Dutzend Videoclips rund um das Jahrhundertepos.