MeatLoafKeine neue Null-Diät, aber eben leider auch keine Haute Cuisine.

Dass Meat Loaf-Alben ohne seinen zweiteiligen BAT OUT OF HELL-Songwriter und -Arrangeur Jim Steinman immer nur die halbe Miete sind, ist eine durchaus berechtigte Einschätzung. Noch fürchterlicher aber wird es, wenn andere versuchen, Steinmans Genius nachzuahmen. Daran ist sogar Hard Rock-Hofkomponist Desmond Child gescheitert: Trotz einiger echter Steinman-Songs hat er als Produzent des unsäglichen BAT OUT OF HELL III: THE MONSTER IS LOOSE komplett versagt.

Insofern ist das elfte Meat Loaf-Album fast schon wieder eine Wohltat. Soundschrauber Rob Cavallo (Green Day) befreit das füllige Oktavenwunder mit frischem Wind aus seinem historischen Klang-Korsett, ohne dabei aber auf den pompösen Produktionsperfektionismus zu verzichten oder typische Meat Loaf-Merkmale gänzlich auszumerzen. Das (überwiegend gute) Songwriting ist gleich mehreren Musiker-Köpfen zuzuschreiben, und als Gaststars dürfen auf HANG COOL TEDDY BEAR mitunter Jack Black, Justin Hawkins (Ex-The Darkness), Brian May und Steve Vai ran. Sogar der symphatischste Doktor der TV-Geschichte hat einen Kurzauftritt: Hugh Laurie haut auf ›If I Can’t Have You‹ ausnahmsweise mal nicht verbal rein, sondern stattdessen in die Pianotasten. Und der alte Meat? Singt für Ü-60 immer noch wie ein junger Hackbraten-Gott. Kein neues Festmahl, aber es macht Spaß und trotzdem satt.