Meilensteine: Jimi Hendrix und eine brennende Gitarre

hendrix

31. März 1967: Jimi Hendrix zündet im Londoner Astoria erstmals seine Gitarre an.

Binnen Wochen nach Jimi Hendrix‘ Ankunft in London am 24. September 1966 er­­füllte Manager und Produzent Chas Chandler jenes Versprechen, das er ihm in New York gegeben hatte: „Ich mache einen Star aus dir.“ Noch am gleichen Abend stand der 24 Jahre alte Gitarrenvirtuose aus Seattle auf der Bühne des In-Spots Scotch Of St. James. Wenige Wo­­chen später führte Hendrix das mit Bassist Noel Redding und Schlagzeuger Mitch Mitchell besetzte Trio Experience an.

Nach Auftritten mit Cream, einer Frankreich-Tour als Support für Johnny Hallyday und einem von Londons Rock-Elite bestaunten Gig im Nachtclub Bag O‘Nails offerierten die Who-Manager Kit Lambert und Chris Stamp einen Deal mit ihrem Label Track Records. Populäre TV-Shows wie „Ready Steady Go!“ und „Top Of The Pops“ folgten: Anfang 1967 platzierte sich das Singledebüt ›Hey Joe‹ auf Rang 6 der UK-Charts. Die Nachfolgescheibe ›Purple Haze‹ landete im März gar auf Platz 3. Im gleichen Monat übernahm das Triumvirat auf UK-Package-Tour mit The Walker Brothers, Engelbert Humperdinck und Cat Stevens den Anheizerjob – und das buchstäblich. Als die Truppe am 31. März im Astoria in Londons Finsbury Park auftrat, fragte Chas Chandler den Journalisten Keith Altham, was man tun könne, um einen unvergesslichen Konzertabend zu bescheren. Altham schlug vor, Hendrix solle inmitten des finalen Songs ›Fire‹ seine 1965er Fender Stratocaster Sunburst in Brand stecken. Gesagt, getan.

Hendrix legte sein Instrument vor den Verstärker, stürmte zum Bühnenrand, um das Publikum abzulenken, während Chandler Feuerzeugbenzin über die Klampfe goß. Nach einigen vergeblichen Versuchen mit Streichhölzern entzündete Hendrix die Strat lichterloh – zog sich dabei allerdings leichte Brandwunden zu. Pressemanager Tony Garland griff sich die angekokelte Stratocaster, verstaute sie in der Garage seiner Eltern in Hove, East Sussex, wo sie Dekaden lag. Bei einer Auktion 2008 ging das gute Stück für stramme £280,000 an einen US-Sammler.

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