RossHalfinMetallica

Abgelichtet: Metallicas famoses Familienalbum.

25 Jahre sind eine verdammt lange Strecke in einem Menschenleben von – sagen wir – durchschnittlichen 75 Lenzen Nettozeit. Fotograf Ross Halfin hat sie gemeistert. Allein mit seinem Talent. Aber vor allem, indem er Metallica von Anbeginn ihrer Karriere in sämtlichen Lebenslagen mit seinen Kameras festhielt. Deren Typen zählt er liebevoll in seiner Danksagung auf, als wären sie nahe Verwandte.

Kein Wunder, dass Halfin auf über 250 schwarzweißen wie farbigen und zum Teil großformatigen Fotos dem US-Quartett so nahe wie wohl keiner sonst kam. Schlagzeuger Lars Ulrich schwärmt in seinem Vorwort, nachdem er zunächst scherzhaft den Bildband als überflüssig bezeichnet, von Halfins phänomenaler Technik: „Er stürzt sich mitten rein… jeder Schweißtropfen, jedes Speichelmolekül, jedes de- platzierte Nasenhaar kommt mit aufs Bild, weil er einfach so verdammt nah dran ist.“

Kirk Hammett formuliert da ein wenig kruder: „Ein bisschen wie Senf: allein scharf, in Begleitung okay… hmmm… ist das zu nett ausgedrückt?“, fragt er verschmitzt, um dann Halfin ein brillantes Zeugnis auszustellen.
Zu entdecken gibt es so einiges im Format 28 x 23. Vor al-lem die Frühphase mit diversen Exzessen einer jugendlich wüsten Combo macht unbändigen Spaß anzuschauen. Sex & Drugs & Rock’n’Roll eben, so wie sich das Klein-Fritzchen aus Hintererbach vorstellt – und wie es ja auch ist. Aber auch die „erwachsenen“ Metallica haben ihre Momente. Extralob erhält Halfin für den Abdruck des Faxes eines Konkurrenzfotografen, der ihn aus Neid aufs Übelste beschimpft.