MonsterTruck_5Wenn man sich etwas jahrelang wünscht, aber es nie erreicht, gibt man irgendwann mal auf – und genau dann tritt es ein. Ein aus zahllosen Romantic Comedies bestens bekanntes Klischee, doch Monster Truck sind eines der erfreulichsten Beispiele für dieses Prinzip, wie Frontmann und Gitarrist Jeremy Widerman erklärt: „Ich habe zehn Jahre lang versucht, auf Teufel komm raus erfolgreich zu sein. Es war mir viel zu wichtig, wie meine Musik ankommt, ob was im Radio funktionieren wird oder wie ich wohl einen Hit schreiben könnte. Und da ich immer nur in Bands war, wo ich nicht der Anführer, der Hauptsongwriter war, dachte ich, dass das eben so sein muss. Aber irgendwann hatte ich die Schnauze voll. Ich hatte so viel Arbeit und Energie hineingesteckt, aber der Knoten platzte nie. Ich schmiss alles hin und beschloss, dass ich endgültig genug von der Musikindustrie hatte. Ich wollte aber natürlich weiter Musik machen, also gründete ich eine neue Band, bei der es nur darum ging, Spaß zu haben und sich einen Dreck darum zu scheren, was irgendjemand denkt.“

Diese Band heißt Monster Truck und hat sich mittlerweile zu Kanadas heißester Newcomer-Hoffnung entwickelt. „Bald bekamen wir immer mehr Anfragen für Gigs und die Sache kam plötzlich ins Rollen. Irgendwann waren wir an dem Punkt, wo wir uns hinsetzten und fragten, ob wir uns wirklich noch mal darauf einlassen wollen, diesen ganzen Zirkus über uns ergehen zu lassen. Aber eigentlich wussten wir alle schon, dass wir dafür bereit waren, wir mussten es uns nur selbst noch eingestehen…“

Gute Nachrichten für anspruchsvolle Rockfans, denn das Debütalbum FURIOSITY macht seinem Namen alle Ehre. Wo das Quartett gerne mal voreilig in die Stoner-Rock-Ecke gesteckt wird, findet sich wesentlich mehr Substanz, als diese Kategorisierung vermuten ließe. Jeremy & Co. sind nicht nur alte Hasen im Business, die genau wissen, wie man gute Songs schreibt, ein knackiges Riff auf den Punkt und Nackenmuskeln zum Zucken bringt – sie sind vor allem hörbar heiß auf Musik und lassen aus jedem Takt unbändigen Enthu­siasmus sprühen. Furios? Aber hallo! Und trotz unverkennbarer Retro-Tendenzen eindeutig zukunftsgerichtet. „Es heißt ja oft, der Rock sei tot“, so Jeremy. „Aber ich denke, wir erleben einfach nur gerade die Ruhe vor dem Sturm!“