Blackfield2Bei Blackfield verwirklichen Steven Wilson (Porcupine Tree) und der israelische Superstar Aviv Geffen ihre gemeinsamen musikalischen Ein­flüsse. Nachzuhören ist das Resultat unter anderem auf dem neuen Album WELCOME TO MY DNA.

Aviv, war Steven bei der Blackfield-Gründung im Jahr 2000 eher der Junior-Partner, zumindest was die damaligen Verkaufszahlen anging?
Nun ja, vielleicht. Denn Steven ist ein bodenständiger Kerl, ich bin eine schillernde Ikone, trage Schminke auf der Bühne – ganz wie ein Glamrocker. In Israel bin ich als Rebell be­kannt, denn ich will dem Publikum mehr bieten als einfach nur ein nettes Konzert.

Steven hat geschätzt, dass du rund 70 Prozent des 2007er-Albums BLACKFIELD II geschrieben hast…
Wir waren beide der Meinung, dass es am besten wäre, wenn ich die Musik ­schreibe. Denn Blackfield machen kein Progrock, es gibt keine zehnminütigen Gitarren-Soli. Wir sind eine Band, die selbst die Musiker von U2 und Placebo lieben – in der Branche gelten wir daher als Geheimtipp, eine Band, die sich je-der gerne reinzieht.

In ›Go To Hell‹ auf Eurem neuen Al-bum WELCOME TO MY DNA benutzt du 16 Mal die Worte „Fuck You“. Warum?
Zu dem Lied wurde ich von meiner eigenen, sehr harten Kindheit inspiriert. Ich will, dass es meinem Sohn viel, viel besser geht als mir. Also werfe ich mei­nen Eltern ›Go To Hell‹ an den Kopf.

Du hast Morddrohungen erhalten, da du dich zu deinen politischen Überzeugungen bekennst. Ist es gefährlich für dich, auf die ­Straße zu gehen?
(Nickt) Für manche bin ich der Teufel. Ich sage: Es gibt keinen Gott. Und ich halte Jerusalem nicht für einen heiligen Ort. Wir sollten die Besetzung abbrechen. Indem ich solche Dinge ausspreche, mache ich mir Feinde. Aber ich bin bereit, auf der Bühne zu sterben. Denn Blackfields Lieder haben die Macht, die Welt zu verändern.

Text: Dave Ling