Kiss (3)

›Hell Or Hallelujah‹ heißt die erste Single des kommenden Kiss-Albums MONSTER. Wenn Stanley, Simmons und Co. ein neues Werk veröffentlichen, dann machen sie das nicht mit einer schlichten Internetmeldung; da muss es schon eine Uraufführung im Londoner HMV Forum sein. Das Art Deco Theater, das mit über 2.000 Kiss Army-Anhängern aus ganz Europa bis zum Bersten gefüllt ist, bietet den geschichtsträchtigen Rahmen für einen historischen Abend.
Seltenheitswert besitzt dieses Konzert, dessen Einnahmen zugunsten der Organisation „Help For Heroes“ gestiftet werden, allemal. Der Vorhang mit den gigantischen silbernen Kiss-Lettern wirkt in dieser Halle beinahe überdimensioniert. Bevor Kiss die Bühne betreten wird die Stimmung mit englischem Liedgut von Led Zeppelin und The Who angeheizt. Nach einem etwas holprigen ›Detroit Rock City‹ kommt es bereits zur Bühnenpremiere von ›Hell or Hallelujah‹, das eine knallharte und vielversprechende Ansage ist. Leider hat Stanleys Stimme nicht mehr die Konstanz von früher. Dennoch: Die mächtige Kiss-Maschinerie wälzt mit neun weiteren Klassikern inklusive Soli und den gewohnten Show-Einlagen das kleine Forum nieder, zumal Licht- und Pyrotechnik auch für 50.000 Zuschauer ausgereicht hätten. Jede Explosion wirkt wie ein guter Saunaaufguss, der Saal ist voll Nebel und Rauch und das englische Publikum stellt seine Gesangsqualitäten unter Beweis. Nach zwei Zugaben folgt das obligatorische ›Rock And Roll All Nite‹, zu dem das Forum mit weißem Konfetti vollgepumt wird, bis sich die Sichtweite auf wenige Meter verkürzt – monströs!