Schweizer Schallwellengang

Vier Freunde aus Baden im Schweizer Kanton Aargau teilten sich zunächst eine Wohnung und beschlossen vor zwei Jahren, eine Band zu gründen. Mangels Proberaum wurde die WG kurzerhand umfunktioniert. Ihr lautstarker Fleiß wiederum führte dazu, dass One Sentence. Supervisor bald einen Proberaum gefunden hatten, diesen aber für einige Zeit als Wohnung nutzen mussten. „Ab diesem Zeitpunkt waren wir wohl tatsächlich eine Band“, so Sänger und Gitarrist Donat über die Anfänge von One Sentence. Supervisor.

Musikalisch sind er, Jonas, Andreas und Dominik im weiten Feld des Wave einzuordnen. Ihr ganz eigener Sound ergibt sich laut Donat aus den induviduellen Geschmäckern aller Mitglieder. „Jeder von uns bringt seine eigenen Einflüsse mit. Der eine mag Trance, der andere Post-Punk. Zusammengehalten wird das Ganze von gemeinsamen Nennern wie Pink Floyd oder Tame Impala“, meint er. Dass sie sich alle auf Pink Floyd einigen können, äußert sich besonders im Format ihres Debüts THIS HEAVY SEA, das ein astreines Konzeptalbum mit zehn elegant ineinander fließenden Liedern ist. „Die Verflechtung der Songs gibt dem Hörer die Chance, in den Mikrokosmos einzutauchen, ohne nach vier Minuten wieder herausgerissen zu werden. Es erfordert von ihm aber auch die Bereitschaft, sich darauf einzulassen“, erklärt Donat. Dass sich das in unserer playlistverseuchten Zeit negativ auf Verkaufs und Downloadzahlen auswirken könnte, ist One Sentence. Supervisor allerdings egal. „Solche Faktoren sind eher dann von Relevanz, wenn man sich zum Ziel setzt, die Charts zu erobern und finanzielle Aspekte eine Rolle spielen. Wäre mein Kopf während des Schreibens von Songs voll mit Zahlen, würden sie den Melodien im Weg stehen“, so der Künstler Donat.

Warum gerade vier alpine Eidgenossen ein Album über die Weite des Meeres schreiben, ist für Donat nicht gerade verwunderlich: „Der Titel wurde zur Inspirationsquelle, aus dem das Album erst entstand. Wahrscheinlich ist es sehr bezeichnend, dass wir in unserem engen Land vom weiten Meer singen.“

One Sentence. Supervisor sind wie jede auf- strebende Band auf Hilfe von außen angewiesen, und so haben sie den Local Supervisor erfunden: „Das ist die Möglichkeit, alternativ für unsere Konzerte zu bezahlen. Ein Local Supervisor schießt Konzertfotos, lädt uns zum Essen ein oder bietet uns einen Schlafplatz an“. Sehr bodenständig sind sie also. Doch soll das nicht heißen, dass sie nicht hoch hinaus wollen. „Mit jedem Schritt verändern sich die Ziele. Sollten wir aber jemals auf der Pyramid Stage des Glastonbury-Festivals stehen, werden wir sicher kurz innehalten, um durchzuatmen“, scherzt Donat.

Text: Paul Schmitz