premonition 13Nicht genug, dass Scott „Wino“ Wein-rich in der Vergangenheit mit Bands wie The Obsessed, Saint Vitus oder The Hidden Hand seinen Beitrag zur Doom-Geschichte geliefert hat. Neben seiner All-Star-Gruppe Shrinebuilder und nur einige Monate nach Veröffentlichung seines Akus-tik-Soloalbums ADRIFT hat der Akkordarbeiter im Juni das erste Album seiner neuesten Baustelle Premonition 13 vorgelegt. Mit dabei: Winos langjähriger Freund und Gitarrist Jim „Sparky“ Karow sowie der ehemalige Ostinato-Drummer Matthew Clarke. „Jim und ich haben vor Jahren bei einer interessanten Unterhaltung über mesoamerikanische Kulturen und Magnetismus erkannt, dass wir einiges gemeinsam ha-ben“, erzählt Wino. „Wir begannen zu jammen, woraus am Ende Premonition 13 entstand.“ Auch Matthew sei ein großartiger Typ. „Als wir ihn fragten, ob er unser Drum-mer werden wolle, sagte er direkt zu. Es ist eine richtige Band, nicht nur ein Projekt.“

Eine Band, die frei übersetzt auf „Die 13. Vorwarnung“ hört – was nicht gerade von rosigen Zeiten kündet. „In einigen Kulturkreisen ist die 13 aber durchaus eine positive Zahl“, widerspricht Wino. „So ge-sehen bin ich guter Hoffnung, was die Zukunft der Band betrifft.“

Diese Gemütslage hat sich auch auf das Album niedergeschlagen: Neben dem obligatorischen Doom-Sound (›La Hechicera De La Jeriga‹) gibt es darauf auch Punkrock (›Deranged Rock‘n‘Roller‹) und Psychedelic-Nummern á la ›Peyote Road‹.

Wino beschreibt den Klang des Albums als „sehr erhebend“, was daran liegen mag, dass die Stücke in der kalifornischen Wüste komponiert wurden. „Es ist einfach eine positive Gegend, ein wirklich guter Ort zum Schreiben“, so Wino, der deswegen aber noch lange keine heile Welt besingt: „Wie bei The Hidden Hand prangern wir Missstände an, die noch immer nicht aus der Welt geschafft sind. Uns geht es dabei nicht um Verschwörungen, sondern um reale Dinge: um soziale Ungerechtigkeit und Fragen der Menschlichkeit.“

Darauf angesprochen, wie Wino es nur schafft, ständig neue Projekte aus dem Hut zu zaubern, gibt sich der US-Amerikaner bescheiden. „Wann immer sich die Gelegenheit für eine weitere Band ergibt, mache ich mit“, lacht er. „Eigentlich ist bei mir gar nicht so viel los. Man darf nicht vergessen, dass Premonition 13 und Shrinebuilder keine Vollzeitbands sind.“

Neben besagten Kapellen steht bei Wino in Kürze auch eine gemeinsame Platte mit Singer/Songwriter Connie Ochs auf der Ta-gesordnung. „Das wird ein Spaß“, freut sich der 49-Jährige, für den derzeit aber Premonition 13 Priorität haben: „Wir suchen nach einem festen Bassisten, der nicht nur ein guter Techniker, sondern auch ein Gleichgesinnter ist.“ Schließlich wollen Wino und Co. noch in diesem Jahr die deutschen Bühnen berocken.

Text: Paul Schmitz