Gratulation! Die kanadische Prog Rock-Legende Saga feiert in diesem Jahr ihren 35. Geburtstag. Und das zelebrieren sie mit einem weiterem Jubiläum -ihrem 20. Studioalbum, das sie ganz schlicht 20/20 tauften. Endlich ist Gründungsmitglied und Ausnahmestimme Michael Sadler wieder an Bord, Keyboarder Jim Gilmour hat seine Augenoperation gut überstanden und ihr neuer Schlagzeuger Mike Thorne ist eingespielt. Saga nehmen volle Fahrt auf, mit einem sehr zuversichtlichen und gutgelaunten Sadler.

„Ich glaube, mit diesem Album haben wir unseren Ur-Sound wiedergefunden“, strahlt Sadler. „Wir waren schon immer in erster Linie eine tolle Rockband mit deutlichen Einflüssen aus dem Prog. Aber wir waren nie eine Progressive Rockband im traditionellen Sinn. Unsere Songs waren immer eher kurz gehalten und keine 15-minütigen Epen. Und dieses Rezept haben wir bei diesem Album wieder angewendet.“ Sadler hatte die Band 2007 verlassen. 2009 veröffentlichten seine Kollegen ohne ihnTHE HUMAN CONDITION. War das für ihn nicht seltsam? „Ja, es war wirklich komisch für mich, dieses Album zu hören“, gibt er zu. „Es war eine starke Platte. Aber irgendwie fehlte meiner Meinung nach etwas. Einige Passagen hätte ich anders gemacht. Ich weiß nicht. Es war einfach seltsam.“

Sadler war 2007 aus familiären Gründen ausgestiegen. „Ich wurde damals Vater“, erklärt der Sänger. „Und ich wollte einfach nicht ständig unterwegs sein und dann am Telefon von meiner Frau erfahren, dass mein Sohn endlich seine ersten Schritte gemacht hat. Ich wollte daran teilhaben.“ Doch der Ausstieg war für ihn nie eine endgültige Entscheidung. „Ich hatte immer im Hinterkopf, dass ich vielleicht irgendwann zurückkehren könnte“, grinst er. „Ich hätte nur nie gedacht, dass dies schon so bald sein würde. Ich hätte eher damit gerechnet, dass es noch weitere fünf Jahre dauern würde. Doch Jim [Crichton; Bassist] und ich stimmten darin überein, dass jetzt genau der richtige Zeitpunkt gekommen war – sowohl für die Band als auch für mich.“ Man wird ja schließlich nicht jünger. „Damit hängt es auch zusammen, ja“, gibt Sadler grinsend zu. „Wir sind alle keine jungen Hüpfer mehr. Das Tourleben wird für einen immer anstrengender. Und ich möchte mit 70 Jahren wirklich nicht mehr über die Bühne krie- chen. Und ich merke das Alter. Mein Sohn ist jetzt vier Jahre alt und wenn ich einen intensiven Tag mit ihm hinter mir habe, fühle ich immer, dass ich nunmal keine 20 mehr bin.“

Während Michaels Abwesenheit übernahm Rob Moratti den Job hinterm Mikrofon. Wie reagierte er darauf, die Band so schnell wieder verlassen zu müssen? „Nun, er war nicht wirklich überrascht“, erklärt Sadler. „Soweit ich weiß, verlief die ganze Sache sehr freundschaftlich. Die anderen hatten mit Rob schon etwa zwei Songs des neuen Albums aufgenommen. Deswegen war er wohl etwas verwirrt, als sie ihm sagten, dass ich zurückkomme. Dafür möchte ich mich offen bei ihm entschuldigen.“

Scheint fast so, als wäre alles in Butter im Hause Saga und bereit für ausgibige Feierlichkeiten. Um all das mit ihrem Fans teilen zu können, werden die Kana- dier dieses Jahr ausgibig touren auch in Deutschland. Nach ein paar kleinen Festivalauftritten im Sommer zieht es die Musiker von Mitte Oktober bis Mitte November in die deutschen Clubs. Da bleibt uns nur noch zu sagen: Happy Birthday!