UFOUFO melden sich drei Jahre nach THE VISITOR mit ihrem 21. Studioalbum SEVEN DEADLY zurück. Und auch wenn UFO schon seit einigen Jahren mit der räumlichen Entfernung der Bandmitglieder zu kämpfen haben, klappten die Aufnahmen der zehn neuen Songs sehr gut. „Wir haben Anfang letzten Jahres an-gefangen, die neuen Lieder zu schreiben“, erzählt Schlagzeuger Andy Parker. „Ich habe die Schlagzeugspuren im August in Deutschland eingespielt. Unser Gitarrist Vinnie More arbeitet viel von zu Hause, also von Delaware aus. Er nimmt alles in seinem Heimstudio auf und schickt es dann weiter. Phil hat alles im Oktober in Deutschland eingesungen. Kurz vor Weihnachten gingen die Songs ins Mixing und nun sind sie fertig.“

Klingt alles ein bisschen kompliziert. Wäre es denn nicht einfacher, die Band zusammen ins Studio zu holen? „Es ist ja nicht so, dass wir uns während der ganzen Phase nie gesehen haben“, lacht der Schlagzeuger. „Wir haben einige Zeit zusammen geübt, bevor dann der Aufnahmeprozess losging. Natürlich wäre es manchmal schön, während der gesamten Aufnahmen zusammen im Studio zu sein. Doch das ist vor allem aus finanziellen Gründen nicht möglich. Es wäre einfach zu teuer, uns alle für eine bestimmte Zeit an einen Ort zu packen. Es steht uns nicht mehr so viel Geld zur Verfügung wie noch in den siebziger oder achtziger Jahren. Heute muss man ja schon froh sein, wenn man eine Plattenfirma im Rücken hat. Aber all das ist nicht so schlimm. Wir haben schon die letzten drei Alben auf diese Weise aufgenommen –und es hat immer bestens funktioniert. Außerdem schafft das auch gewisse Freiheiten.“ Und auch Überraschungen. Denn die anderen Mitglieder kennen die Gesangslinien von Phil Mogg vor den Aufnahmen meist auch nicht. „Stimmt“, grinst Parker. „Phil nimmt den Gesang immer ganz zum Schluss auf. So arbeitet er nun mal. Wir hören die kompletten Songs also auch immer erst dann, wenn er seine Sachen eingesungen hat.“

Ihre erste große Hochphase hatten UFO in den 70ern. Doch die Band hat keine Ambitionen, ihren Sound an der erfolgreichen Vergangenheit auszurichten. „Viele Leute kommen zu mir und sagen: ,Hey, ich hätte gerne, dass ihr wieder wie damals klingt’“, sinniert Andy. „Aber das kann gefährlich sein. Wenn man krampfhaft versucht, so zu klingen, wie man auf einer bestimmten Platte geklungen hat, dann geht die Spontaneität verloren und man bleibt in seiner Entwicklung stehen. Deswegen versuchen wir, die Songs so zu schreiben, wie wir uns gerade fühlen. Das ist ehrlich, und man läuft nicht Gefahr, ein billiger Abklatsch seiner selbst zu werden.“

SEVEN DEADLY ist Parker zufolge besonders abwechslungsreich, zitiert mehrfach den guten alten Blues und wurde auch von Bands beeinflusst, die ebenfalls in den 70ern und 80ern erfolgreich waren. „Ich finde, ›Fight Night‹ ist die perfekte Einleitung mit schönen harten Riffs“, erklärt Andy. „Ich mag auch ›Wonderland‹ sehr gerne, da er mich an die frühen Deep Purple erinnert. Ich habe mir aber noch keinen Lieblingssong ausgesucht. Dafür ist das Album auch noch zu neu für mich (lacht).“

Ein weiterer Song des Album ist ›Waving Good Bye‹, ein Titel, der schon Spekulationen hervorgerufen hat. „Das stimmt“, lacht Parker. „Es kamen schon einige Leute zu mir und fragten, ob das unser Abschiedsgruß ist und wir bald in Rente gehen. Keine Ahnung, wie sie auf die Idee kommen. Ich weiß davon nichts. Ich weiß auch nicht genau, was Phil mit diesem Song sagen will. Ich habe ihn schon länger nicht mehr gesehen. Aber wenn ich ihn demnächst treffe, werde ich ihn mal darauf ansprechen.“

Produziert wurde das Album erneut von Tommy Newton, der schon bei den letzten UFO-Platten hinter den Reglern saß. „Die Arbeit mit Tommy funktioniert immer sehr gut“, erklärt der Drummer. „Er wohnt bei Hannover, also ganz in der Nähe von Celle, wo die Area 51-Studios sind, in denen wir seit Jahren aufnehmen. Wir machen viel in Deutschland, auch unser Manager lebt dort.“

Natürlich werden die „alten Herren“ ihr neues Album auch auf die Bühne bringen. Nach einer ausgedehnten Tour durch Großbritannien werden die Hard Rocker im Mai nach Deutschland kommen. „Wir freuen uns schon darauf, die neuen Lieder live zu spielen“, grinst Andy. „Ich stehe immer noch gerne auf der Bühne – und wir werden beweisen, dass wir das auch im hohen Alter noch durchaus gut können.“

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