nicke borg homelandWer die großen Gesten nicht scheut …

Nicke Borg beschäftigt sich während der Schaffensepause seiner Backyard Babies seit einigen Jahren mit seinem Project Homeland. Sein zweites vollständiges Studioalbum erschien in Japan bereits im letzten Jahr. Nun wird RUINS OF A RIOT auch in Europa veröffentlicht. Wie schon beim Vorgängerwerk CHAPTER 2 findet Borg auch hier glatt produzierte Töne, jedoch bedient er sich diesmal weniger in der Aksutik- als in der Stadion-Rock-Ecke. Nach dem Opener ›This Army‹ und der Teilzeit-Ballade/Punkrock-Hymne ›Makin‘ Out With Chaos‹, die abgesehen von ihrer fehlenden Sperrigkeit beide von den späteren Backyard Babies stammen könnten, folgt das 30-Meter-Verstärkerwand-Gitarren-Geholze ›Mid-summer Mad‹. Dass Borg groß klingen möchte, bestätigt sich mit der beinahe schnulzig anmutenden Giganto-Ballade ›End Of The Rainbow‹ inklusive 80s-Gitarrensolo-Pose am Rand einer Klippe. ›Borrow-ed Feathers‹, wenn auch mit mehr Tempo versehen, schlägt in eine ähnliche Liebeskummer-Kerbe. So geht es stetig weiter: Borg springt in und unter den Songs von poppiger Finesse zu Punk und weiter auf Rock-Bombast. Stets begleitet von seiner ihn fest im Griff habenden Melancholie, die schließlich im Streicher- unterlegten Titelsong und dem noch pathetischeren, nach einem Gladiatoren-Film-Soundtrack klingenden ›Devil Angel Mother‹ kulminiert. Für den, der sich gerne einmal in großen Gesten suhlt … geil.