no sinnerAuf jeden Fall eine Sünde wert.

Schön, dass es noch Bands gibt, denen tatsächlich erlaubt wird, sich zu entwickeln, auch wenn sie mit ihrem Debüt nicht gleich zu Platinsellern aufgestiegen sind. No Sinner stießen vor ein paar Jahren mit BOO HOO HOO auf ziemlich viel Wohlwollen (auch unsererseits), vor allem für die Strahlkraft der Frontfrau Colleen Rennison. So richtig gezündet hat das zwar noch nicht, aber als Vorgruppe von Beth Hart konnten sie absolut überzeugen. Jetzt also die nächste Stufe, die Colleen lustigerweise als „Foto nach der ersten Verhaftung“ im Vergleich zum Klassenfoto bezeichnet. Nein, so verrucht geht es hier nicht zu – aber der wunderbar klassische Rock, den man hier geboten bekommt, stellt den Erstling fraglos in den Schatten. Auch wenn weibliche Rockröhren in den letzten paar Jahren inflationär auf uns niedergeprasselt sind, wird Rennison keine Probleme haben, ihre Nische zu finden. Vom markigen Blues steuert sie deutlicher in Richtung Mainstream, und das steht ihr gar nicht schlecht. Beth Hart wird sich weiterhin keine Sorgen machen, dass ihr hier jemand den Rang abläuft. Eine Kollaboration der beiden wäre aber sicher sehr hörenswert!

No Sinner
OLD HABITS DIE HARD
MASCOT/ROUGH TRADE
7/10