collins, paulViel Collins und viel 80er.

In den 70ern war Paul Collins Drummer bei The Nerves, deren Song ›Hanging On The Telephone‹ später durch Blondie bekannt werden sollte. Mit Beginn des Folgejahrzehnts machte der Amerikaner mit The Beat feine Musik (a.k.a Paul Collins’ Beat, um in Europa Verwechslungen mit den britischen Two-Tone-Helden gleichen Namens zu vermeiden). Dorthin kehrt der Rundum-Sympath nun mit großem Spaß zurück und bleibt auf FEEL THE NOISE dem Wave-Pop jener Dekade angenehm treu. Im Westen nichts Neues, könnte man also abfällig sagen. Doch damit wäre dem 1956 geborenen New Yorker Unrecht getan. ›I Need My Rock’n’Roll‹ hebt mit seinem einfachen, jedoch grundlebendigen Gitarrengedengel die Laune. ›Don’t Know How To Treat A Lady‹ mit seinem Voll-auf-Zwölf-Takt leuchtet wie das Lächeln einer 16-Jährigen in einem Raum voller mürrischer Weiber. An Buddy Holly und Alvin Stardust erinnert ›Baby I’m In Love‹, und wenn auch die Lyrics teilweise wie ein Text-Recycling anderer Musiker aus lang zurückliegenden Zeiten anmuten, so stört das insgesamt wenig. Überhaupt: Jeder Text, der über „Junge liebt Mädchen, aber Mädchen will ihn nicht mehr“ hinausgeht, ist bloß ein gescheiterter Roman und hat im Pop nichts zu suchen. Einfacher werden, immer einfacher werden, scheint das Motto dieses Multi-Instrumentalisten zu sein. Und Collins löst diese Aufgabe sexy und mit schmissigem Charme. Natürlich, das alles ist nicht neu, nicht innovativ, komplex, wegweisend oder mutig – dafür aber frisch, lebensbejahend, geradeaus und auf moderne Weise retro, Erinnerungen an The Clash, The Knack und Eddie & The Hot Rods inklusive. Ach ja: Ein ultra-lässiges Cover von ›Reach Out I’ll Be There‹ hat Mr Collins auch noch im Gepäck.
nnnnnnnnn