Paul StanleyDer Blick nach innen, viele Anekdoten und die ganze Geschichte – die beste der vier Kiss-Autobiografien

Als letztes Kiss-Urmitglied bringt Paul Stanley seine Autobiografie unter die Leute – und bietet den nüchternsten Blick auf die Dinge. Er erzählt erwartungsgemäß von seinen Ursprüngen und führt uns durch 40 Jahre Schminke-monster, was einem Fan schon eine Menge Lesefreude bereitet. Daneben legt er einen starken Fokus auf sein Leben, das erstaunlicherweise die meiste Zeit eher unglücklich zu sein schien. Wir erfahren zum Beispiel en detail von den massiven Problemen, die er durchmachte, weil er ohne rechtes Ohr geboren wurde. Es überrascht, wie früh der Ärger in der Band begann, zumindest aus Stanleys Sicht, wie frustrierend die 80er Jahre waren und welche Sorgen er mit Möchtegern-Hollywood-Star Gene hatte. Natürlich wird auch Paule einiges seiner Sicht der Dinge angepasst haben, aber das Buch wirkt weniger größenwahnsinnig als das von Simmons und weniger entschuldigend bzw. anklagend als die Werke von Criss und Frehley. Stanley ist ehrlich zu sich selbst, oft ironisch und lässt viele Anekdoten raus, die auch eingefleischte Kiss-Freaks nicht kennen dürften. So etwa der Spruch zu Richie Sambora, der Anfang der 80er bei Kiss vorgespielt hatte, aber nach eigenen Aussagen lieber etwas Blues-basiertes machen wolle: „Bon Jovi haben viel Tolles geleistet, aber nichts davon klingt nach Howlin‘ Wolf.“ Lesenswert.